Jobsuche durch persönliche Kontakte

Jobsuche durch persönliche Kontakte – die wichtigsten Infos und Tipps dazu  

 

Überall ist zu lesen und zu hören, dass die Konjunktur allmählich wieder anzieht und händeringend nach Fachkräften gesucht wird. Sogar Arbeitnehmer, die bereits älter sind als 50 Jahre, sollen wieder gute Chancen auf einen neuen Job haben.  

Nun fragen sich vermutlich viele Bewerber, weshalb ausgerechnet sie dann keinen Arbeitsplatz finden, wo sie doch zahlreiche Bewerbungen verschickt und auch die Vermittlungsdienste der Bundesagentur für Arbeit oder von privaten Arbeitsvermittlern in Anspruch genommen haben.

In den meisten Fällen liegt es nicht am Bewerber, wenn die Bewerbungen, die er auf Stellenanzeigen in Zeitungen und Onlinebörsen oder als Initiativbewerbungen verschickt hat, erfolglos bleiben. Eine unabhängige Untersuchung, die von der Bundesagentur für Arbeit in Auftrag gegeben wurde, hat gezeigt, dass nur rund 27 Prozent der freien Stellen über Bewerbungen auf Anzeigen besetzt werden. Die Erfolgsquote von Initiativbewerbungen beläuft sich auch nur rund 15 Prozent, die von den Vermittlungsversuchen der Arbeitsagentur auf 12 Prozent.  

Der überwiegende Teil der freien Stellen wird über den sogenannten verdeckten Stellenmarkt und damit über persönliche Kontakte und Empfehlungen vergeben. Übertragen auf die Praxis bedeutet das, dass viele Stellen erst gar nicht öffentlich ausgeschrieben werden und wenn, dann erhält oft der Bewerber den Job, den die Unternehmensleitung kennt oder der ihr empfohlen wurde.  

Wie der Bewerber vorgehen sollte, um unter diesen Voraussetzungen seinen Wunschjob zu finden, fasst die folgende Übersicht mit den wichtigsten Infos und Tipps zur Jobsuche durch persönliche Kontakte zusammen:   

 

Direkte Kontakte knüpfen 

Einer der wichtigsten Tipps lautet, die Personalabteilung möglichst zu umgehen und zu versuchen, direkte Kontakte zu denjenigen zu knüpfen, die die Entscheidungen treffen oder zumindest daran beteiligt sind. Der Grund dafür ist recht einfach.  

Die Mitarbeiter der Personalabteilung sind dafür zuständig, solche Bewerber herauszufiltern, die nicht in Frage kommen. Sie treffen also die Vorauswahl, um so den Zeit- und Kostenaufwand für Vorstellungsgespräche mit ungeeigneten Bewerbern zu minimieren. Wann ein Bewerber ungeeignet ist, ist aber in vielen Fällen eine subjektive Einschätzung.  

Das bedeutet, es muss nicht unbedingt an der fachlichen Qualifikation scheitern, sondern der Sachbearbeiter kann die Bewerbung auch einfach deshalb aussortieren, weil er den Bewerber als zu alt einschätzt, ihm das Layout der Mappe nicht gefällt oder ihm persönlich der Bewerber auf seinem Bewerbungsfoto unsympathisch erscheint. Hinzu kommt, dass Sachbearbeiter lediglich darüber entscheiden, wer abgelehnt wird, aber nicht darüber, wer letztlich die Zusage erhält.  

Das Ziel muss also sein, direkt mit den Verantwortlichen in Kontakt zu kommen und einen Fürsprecher für sich zu gewinnen. Sind der Chef oder der zuständige Abteilungsleiter unerreichbar, kann der Weg auch über Mitarbeiter des Unternehmens führen, denn auch sie können wirksame Empfehlungen aussprechen.   

 

Netzwerke aufbauen 

Ein weiteres Ziel bei der Jobsuche durch persönliche Kontakte besteht darin, Netzwerke aufzubauen und damit Kontakte zu Menschen zu knüpfen, die einen auf dem beruflichen Weg weiterbringen könnten. Eine Möglichkeit hierfür ergibt sich durch Messen, Veranstaltungen und Vorträge, bei denen erste Kontakte geknüpft werden können.  

Zudem gibt es im Internet zahlreiche Netzwerke und Plattformen, die zum Austausch, zur Vorstellung und eben auch als Kontaktbörse dienen. Sinnvoll kann außerdem sein, um informative Gespräche bei Unternehmen zu bitten. Gibt es in den Unternehmen Positionen und Funktionen, die zu dem Bewerber passen, kann er versuchen, einen Termin für ein Informationsgespräch zu bekommen.  

Ein solches Gespräch ist kein Bewerbungsgespräch und sollte auch nicht als solches geführt werden, sondern es geht darum, das Unternehmen kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und Informationen zu sammeln, die bei einer späteren Bewerbung nützlich sein können.    

 

Kontakte pflegen 

Die besten Kontakte bringen nichts, wenn sie nicht gepflegt werden und selbst sehr interessante Personen geraten in Vergessenheit, wenn sie für einen langen Zeitraum von der Bildfläche verschwinden. Seine Kontakte zu pflegen, bedeutet natürlich nicht, dass der Jobsuchende aufdringlich sein und sich ständig melden sollte, um zu betonen, dass er noch immer nach einem Job sucht.  

Es kommt vielmehr darauf an, in Erinnerung zu bleiben und hierfür eignen sich Online-Netzwerke besonders gut. So kann der Bewerber durch kompetente Beiträge und Kommentare in Foren oder auch durch hilfreiche Tipps immer wieder auf sich aufmerksam machen.  

Das Ziel der Strategie liegt darin, die eigenen Stärken und Qualitäten zu präsentieren und dabei so präsent zu sein, dass das Unternehmen bei einer zu besetzenden Stelle an den Bewerber denkt und auf ihn zukommt.  

 

Selbstbewusst auftreten 

Eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Jobsuche ist ein selbstbewusstes Auftreten. Dazu gehört zunächst, zu wissen, wonach der Bewerber überhaupt sucht. Dabei gibt es jedoch einen großen Unterschied zwischen dem, was der Bewerber möchte, und dem, was der Bewerber kann. Der Bewerber sollte sich also zunächst Gedanken darüber machen, welche Tätigkeit er anstrebt und welche Stärken er dafür mitbringt.  

Gerade Bewerber, die schon länger arbeitslos sind, neigen dazu, sich auf alle möglichen Stellen zu bewerben, nur um irgendeinen Job zu bekommen. Diese verzweifelte Grundhaltung spiegelt sich aber auch im Schreibstil und im Auftreten wider und wirkt in den wenigsten Fällen überzeugend. Zudem nehmen viele Arbeitgeber an, dass der Bewerber den Job dann auch nur aus Verzweiflung annimmt und als eine Art Zwischenlösung betrachtet.  

Es würde aber wenig Sinn machen, in einen solchen Arbeitnehmer zu investieren, der bei nächstbester Gelegenheit wieder geht. Wichtig ist daher zum einen, gezielt nach passenden Jobs zu suchen. Zum anderen sollte der Bewerber nicht als Bittsteller auftreten. Das Unternehmen tut ihm keinen Gefallen, wenn es ihn einstellt, sondern erhält im Gegenzug seine Arbeitskraft, seine Einsatzbereitschaft und sein Engagement. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Bewerber arrogant oder überheblich auftreten sollte.  

Es geht vielmehr darum, das Gefühl beim Unternehmen zu wecken, dass es genau diesen Bewerber in seinen Reihen wissen möchte, beispielsweise weil sich der Bewerber mit den Zielen des Unternehmens auseinandergesetzt hat und mögliche Lösungen präsentieren oder neue Impulse geben kann.

 

Weiterführende Bewerbungsvorlagen, Bewerbungstipps und Anleitungen:

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