3 Arten der Videobewerbung

3 Arten der Videobewerbung

Arbeitslosigkeit, ein Wiedereinstieg nach einer längeren Auszeit, Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, der Wunsch nach einer neuen beruflichen Herausforderung: Die Gründe, warum jemand auf Jobsuche ist, können vielfältig sein. Das Internet macht zwar vieles einfacher. Trotzdem gestaltet sich die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz mitunter aufwändig, mühsam und nervenaufreibend.

3 Arten der Videobewerbung

Immerhin gibt es allein in Deutschland rund 1.200 verschiedene Jobbörsen und Stellenportale. Zwar wird vermutlich kein Bewerber alle Plattformen nach interessanten Stellenanzeigen durchforsten. Aber er wird viel Zeit investieren, um sich einen Überblick zu verschaffen, was der Arbeitsmarkt so hergibt.

Sind interessante Angebote aufgetan, folgt das Schreiben der Bewerbungen. Abgestimmt auf die jeweilige Stelle und das Unternehmen, gilt es, ein ansprechendes und aussagekräftiges Anschreiben zu verfassen. Auch der Lebenslauf muss optimiert werden, damit er die Kompetenzen in den Fokus rückt, die für den angestrebten Job entscheidend sind.

Danach müssen Zeugnisse und Zertifikate zusammengestellt werden. Ist die Bewerbungsmappe komplett, kann sie sich auf den Weg machen.

Dann folgt das große Warten und Hoffen. Einige Unternehmen reagieren zwar sehr schnell. Doch andere Firmen lassen sich mit einer Antwort viel Zeit oder melden sich gar nicht zurück.

Und natürlich ist längst nicht jede Bewerbung erfolgreich und bringt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ein. Stattdessen wächst der Stapel mit den Absagen, je länger die Jobsuche dauert und je mehr Bewerbungen verschickt werden.

Unterm Strich hat sich an den Abläufen in den letzten Jahrzehnten also nicht viel geändert. Außer vielleicht, dass Bewerbungsmappen heute gerne als E-Mail-Anhang im PDF-Format und nicht mehr klassisch per Briefpost auf die Reise gehen.

Dabei bieten gerade die digitalen Kommunikationswege weit mehr Möglichkeiten, als Stellenanzeigen zu veröffentlichen und Bewerbungsunterlagen per E-Mail zu verschicken. Ein Trend, der sich in diesem Zusammenhang abzeichnet, ist die Videobewerbung.

3 Arten der Videobewerbung

Die Videobewerbung ist noch vergleichsweise neu und in vielen Branchen bisher wenig verbreitet. Deshalb ist nicht jedem Bewerber klar, was es mit dieser Form der digitalen Bewerbung auf sich hat. Doch die Videobewerbung ist auf dem Vormarsch und bietet sowohl dem Unternehmen als auch dem Bewerber einige Vorteile.

Allerdings ist Videobewerbung nicht gleich Videobewerbung. Vielmehr werden bei diesem Instrument drei verschiedene Arten voneinander unterschieden, die ein Unternehmen einzeln oder kombiniert einsetzen kann:

  1. Der Videopitch

Beim Videopitch handelt es sich um eine Art Kurzfilm des Bewerbers. Im Deutschen wir manchmal auch von einem Persönlichkeitsvideo gesprochen. Denn der Bewerber hat zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten lang Zeit, um sich als Person und Persönlichkeit vorzustellen.

Von der Grundidee her ähnelt der Videopitch damit der Selbstpräsentation im klassischen Vorstellungsgespräch. Der Personaler kann sich durch das kurze Video einen guten Eindruck verschaffen und auf dieser Basis entscheiden, ob der Bewerber in die nächste Runde kommt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Personaler Zeit spart. Denn die Anzahl der digitalen Bewerberprofile, die sich der Personaler anschauen kann, ist höher als die Menge an Bewerbungsmappen, die er in der gleichen Zeit sichten könnte.

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Doch auch für den Bewerber kann ein Videopitch von Vorteil sein. Schließlich liegt es nicht jedem, mit geschriebener Sprache zu überzeugen und die eigenen Stärken in wenigen Sätzen auf den Punkt zu bringen.

Im persönlichen Video kann so mancher Bewerber, dessen Bewerbung im herkömmlichen Verfahren vermutlich aussortiert worden wäre, Interesse wecken.

  1. Das zeitversetzte Videointerview

Die zweite Variante der Videobewerbung ist das zeitversetzte Interview. Dafür stellt das Unternehmen dem Bewerber eine gewisse Anzahl an Fragen, die er in einem festgelegten Zeitfenster beantworten muss. Das können zum Beispiel fünf Fragen in fünf Minuten sein. Die Fragen erscheinen jeweils auf dem Monitor des Bewerbers und seine Antworten werden als Video aufgezeichnet.

Im Unterschied zu einem klassischen Vorstellungsgespräch findet kein Dialog statt und der Bewerber bekommt auch kein direktes Feedback. Stattdessen beantwortet er die Fragen so, wie er es in dem Moment für richtig hält. Trotzdem ist das zeitversetzte Videointerview mit einem strukturierten Bewerbungsgespräch vergleichbar.

Denn alle Bewerber beantworten exakt die gleichen Fragen in identischer Reihenfolge. Der Personaler kann die Antworten dadurch gut miteinander vergleichen. Außerdem kann er sich die Videos beliebig oft anschauen, um neben den Inhalten zum Beispiel auch abzugleichen, wie sich die Bewerber verhalten haben.

Und er kann die Videos auf einem mobilen Endgerät abspielen, wenn er sich bei der Auswahl mit einem Kollegen oder einem Vertreter der jeweiligen Fachabteilung absprechen möchte.

  1. Das Video-Vorstellungsgespräch

Bewerber, die in die nähere Auswahl kommen, kann das Unternehmen zu einem Vorstellungsgespräch online einladen. Es läuft genauso ab wie ein klassisches Bewerbungsgespräch, nur eben mit dem Unterschied, dass der Bewerber nicht vor Ort ist, sondern sich zu Hause, in seiner vertrauten Umgebung befindet.

Ein Vorstellungsgespräch, das im Rahmen einer Online-Videokonferenz geführt wird, liefert die gleichen Ergebnisse und Erkenntnisse wie ein klassisches Jobinterview.

Doch ein Vorteil ist, dass die Zeit und die Kosten für die Anreise wegfallen. Außerdem können die Termine spontaner und flexibler vereinbart werden. Zumal auch der Personaler und weitere Entscheider nicht unbedingt im Büro sein müssen.

Vielmehr können sie die Schalte ebenso vom Home-Office, direkt aus der Fachabteilung heraus oder jedem anderen Ort mit Internetzugang aufbauen.

Ein Online-Gespräch kann ein persönliches Kennenlernen von Angesicht zu Angesicht zwar nicht komplett ersetzen. Denn Menschen sind soziale Wesen und brauchen einen direkten Austausch. Außerdem hat die Technik ihre Tücken und kann dazu führen, dass zum Beispiel die nonverbale Kommunikation etwas auf der Strecke bleibt.

Aber Videobewerbungen schlagen eine Brücke zwischen der analogen und der digitalen Welt und eröffnen neue, zusätzliche Möglichkeiten für eine zeitgemäße Job- und Personalsuche.

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

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