4 Gründe für eine erfolglose Jobsuche

4 Gründe für eine erfolglose Jobsuche

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass sich auf eine Stelle nicht selten mehrere hundert Kandidaten bewerben. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, wenn die Personaler sehr schnell Entscheidungen treffen und Bewerbungen wieder aussortieren. Denn es bleibt einfach keine Zeit, um sich intensiv mit jeder einzelnen Bewerbungsmappe zu befassen. Trotzdem ist es für den Bewerber ganz schön frustrierend, wenn es einfach nicht mit einem Job klappen will.

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4 Gründe für eine erfolglose Jobsuche

Zumal er meist nicht erfährt, warum sich ein Unternehmen gegen ihn entschieden hat. Natürlich kann es sein, dass Bewerber, Arbeitgeber und Stelle tatsächlich nicht zusammenpassen, dass andere Bewerber mit besseren Qualifikationen aufwarten konnten oder dass schlicht das notwendige Quäntchen Glück gefehlt hat. Doch eine erfolglose Jobsuche kann auch andere Gründe haben.

Wir nennen vier davon!:

Grund Nr. 1: Der Lebenslauf stellt nicht die angestrebte Stelle in den Mittelpunkt.

Ein Fehler, den Bewerber immer wieder machen, besteht darin, dass der Lebenslauf eher rückwärts gewandt oder insgesamt zu allgemein gehalten ist. Der Lebenslauf hat zwar die Aufgabe, den bisherigen Werdegang zu dokumentieren und die vorhandenen Qualifikationen, Kenntnisse und Fähigkeiten aufzuzeigen. Doch es geht weniger darum, was der Bewerber bis jetzt in anderen Positionen erreicht hat.

Ein Personaler interessiert sich in erster Linie dafür, ob und wie gut der Bewerber die ausgeschriebene Stelle besetzen kann.

Wichtig ist deshalb, dass der Bewerber beim Schreiben des Lebenslaufs den angestrebten Job im Blick hat. Wenn er die einzelnen Stationen beschreibt, sollte er also überlegen, welche Erfahrungen und Kenntnisse daraus er für den neuen Job braucht und nutzen kann.

Optimal ist, wenn im Lebenslauf Stichworte auftauchen, die in der Stellenbeschreibung genannt waren oder wesentliche Kompetenzen benennen. Denn zum einen kann der Personaler dadurch einschätzen, was der Bewerber für den Job mitbringt.

Und zum anderen sieht der Personaler, dass der Bewerber keinen allgemeingültigen Lebenslauf einreicht, sondern sich gezielt mit der ausgeschriebenen Stelle befasst und seine Unterlagen darauf abgestimmt hat.

Grund Nr. 2: Die Jobsuche ist zu breit angelegt.

Um sich möglichst viele Optionen offen zu halten, gehen viele Bewerber die Jobsuche recht breitgefächert an. Sie bewerben sich auf alle Stellen, die generell in Frage kommen könnten. Das ist natürlich verständlich. Je mehr Bewerbungen unterwegs sind, desto größer sind schließlich die Chancen, dass der Bewerber zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wird und Zusagen bekommt.

Die Praxis zeigt aber, dass es sinnvoller ist, die Auswahl einzugrenzen. Es mag sein, dass der Bewerber für etliche Jobs qualifiziert und geeignet wäre. Doch die Frage ist, ob er alle diese Jobs auch gerne machen würde.

Personaler achten zwar darauf, ob ein Bewerber die notwendigen Qualifikationen und Kompetenzen mitbringt. Doch mindestens genauso wichtig ist die Motivation. Kein Unternehmen möchte jemanden einstellen, der den Job nur annimmt, weil er eben nichts anderes gefunden hat oder lediglich eine Zwischenlösung darin sieht.

Damit die Jobsuche erfolgreich läuft, muss der Bewerber überzeugend vermitteln, dass und warum er ausgerechnet diesen Job bei diesem Arbeitgeber haben möchte. Das gelingt besser und einfacher, wenn er sich auf die Stellen bewirbt, von denen er selbst begeistert ist.

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Grund Nr. 3: Der Bewerber nutzt das Potenzial der sozialen Medien nicht.

Die sozialen Medien sind nicht nur dafür geeignet, um mit Freunden und Bekannten aus aller Welt in Kontakt zu bleiben oder irgendwelche privaten Erlebnisse mit anderen zu teilen. So wie Unternehmen die Netzwerke als Werbeplattform nutzen, sollte auch der Bewerber auf die digitalen Medien zurückgreifen, um für sich zu werben.

Dazu kann gehören, eine Art digitale Visitenkarte anzulegen. Hier kann der Bewerber die wichtigsten Daten und Fakten, die er als Mitarbeiter zu bieten hat, zusammenfassen. Weist der Bewerber in seiner Bewerbungsmappe auf das digitale Profil hin, können Personaler mit einem Klick relevante Infos abrufen.

Ein anderer Weg ist, den Unternehmen zu folgen, für die der Bewerber gerne tätig werden würde. Kommentiert er deren Beiträge mit Inhalten, die ihn als qualifizierte Fachkraft erscheinen lassen, kann er auf sich aufmerksam machen. Aus den Beiträgen und Kommentaren kann sich dann ein Kontakt ergeben, der dem Bewerber die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch einbringt.

Wichtig ist aber, dass der Bewerber auf einen seriösen Auftritt achtet. Es macht keinen guten Eindruck, wenn sich der Bewerber in seinen Unterlagen und in Beiträgen als professioneller und motivierter Mitarbeiter präsentiert, seine privaten Posts aber einen ganz anderen Eindruck vermitteln.

Grund Nr. 4: Der Bewerber konzentriert sich nur auf ausgeschriebene Stellen.

Wenn Unternehmen Personal suchen, schalten sie Stellenanzeigen auf der eigenen Webseite, in Online-Stellenbörsen und zum Teil in den lokalen Zeitungen. Außerdem melden sie freie Stellen bei der Agentur für Arbeit.

Doch oft gibt es bei den Inseraten zwei Nachteile. Der erste Minuspunkt ist, dass sehr viele Bewerber auf ein Inserat reagieren. Folglich ist die Konkurrenz entsprechend groß. Der zweite Nachteil ist, dass die Stellen mitunter schon vergeben sind, bevor sie überhaupt öffentlich erscheinen.

Neben den offiziellen Stellenausschreibungen gibt es nämlich noch den sogenannten verdeckten Stellenmarkt. Über ihn laufen Jobangebote, die intern oder ohne aufwändige Personalsuche besetzt werden sollen. Um frühzeitig von solchen Positionen zu erfahren, braucht der Bewerber ein Netzwerk.

Deshalb sollte er zum einen Freunde und Bekannte ansprechen. Sie können sich in ihren Firmen umhören. Manchmal ergibt sich aus dem Gespräch heraus jemand, der jemanden kennt, der von einem Job weiß.

Zum anderen kann es nicht schaden, wenn der Bewerber aktiv auf die Unternehmen zugeht. Fragen kostet nichts und eine Initiativbewerbung zeugt immer von Motivation und Engagement. Selbst wenn aktuell nichts frei sein sollte, kann der Bewerber in den Kandidaten-Pool aufgenommen und bei einer späteren Besetzung berücksichtigt werden. Es wäre schade, diese Chance nicht zu nutzen.

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Veröffentlicht von

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

Ein Gedanke zu „4 Gründe für eine erfolglose Jobsuche“

  1. Auweia… Da werde ich wohl bereits an Punkt 1 gescheitert sein, wenn ich mir mal meinen Lebenslauf genauer anschaue…
    Der ist ziemlich generisch und mal gar nicht auf die Stelle zugeschnitten, guter Tipp! 😡

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