Wie wird ein ausführlicher Lebenslauf geschrieben?, 1. Teil

Wie wird ein ausführlicher Lebenslauf geschrieben?, 1. Teil

Im Unterschied zum tabellarischen Lebenslauf, der die Angaben schön übersichtlich in aussagekräftigen Stichworten aufführt, wird ein ausführlicher Lebenslauf als zusammenhängender Text geschrieben.

Der ausführliche Lebenslauf ist also eine Art Aufsatz und die Sätze werden ausformuliert. Deshalb wird diese Form des Lebenslaufs auch ausformulierter Lebenslauf oder Lebenslauf in Aufsatzform genannt.

Bei einer Bewerbung ist der tabellarische Lebenslauf Standard. Denn der Lebenslauf in tabellarischer Form ist übersichtlich und bringt alle wichtigen Daten und Fakten klar gegliedert auf den Punkt. Dem Personaler genügt ein Blick, um die Informationen zu finden, die ihn interessieren.

Bewerbung Lebenslauf

Beim ausführlichen Lebenslauf sieht die Sache anders aus. Zwar berichtet der Bewerber auch beim ausführlichen Lebenslauf über sich als Person, über seinen bisherigen Werdegang und über seine Kenntnisse. Rein von den Inhalten her gibt es also keinen Unterschied. Allerdings schreibt der Bewerber beim ausführlichen Lebenslauf einen längeren Aufsatz.

Das wiederum bedeutet nicht nur für den Bewerber mehr Aufwand. Stattdessen braucht auch der Personaler länger, um den Lebenslauf zu lesen und die für ihn interessanten Infos zu erfassen.

Trotzdem ist der ausführliche Lebenslauf manchmal gefragt. Bei einer Bewerbung im öffentlichen Dienst, bei der Polizei oder um ein Stipendium kann das beispielsweise der Fall sein.

Wenn der Arbeitgeber einen Lebenslauf in Textform möchte,
hat das zwei Gründe:

Zum einen möchte er etwas über die Persönlichkeit des Bewerbers erfahren und sich ein umfangreicheres Bild von ihm machen. Zum anderen will er wissen, wie sprachgewandt der Bewerber ist.

Doch was heißt das alles für den Bewerber? Wie wird ein ausführlicher Lebenslauf geschrieben? Welche Inhalte gehören hinein? Worauf gilt es zu achten? Und wie lang sollte ein ausführlicher Lebenslauf sein? Wir erklären anhand von Tipps, wie der Bewerber am besten vorgeht, wenn er einen ausführlichen Lebenslauf einreichen soll.

 

Tipp Nr. 1: Den tabellarischen Lebenslauf als Grundgerüst nutzen.

Inhaltlich unterscheiden sich der tabellarische und ausführliche Lebenslauf nicht großartig voneinander. Beide beschreiben, wer der Bewerber ist, was er bislang gemacht hat und welche Kenntnisse und Fähigkeiten er mitbringt. Für seine Bewerbungen wird der Bewerber oft schon einen tabellarischen Lebenslauf erstellt haben. Diese Vorlage kann er als Grundgerüst für den ausführlichen Lebenslauf nutzen.

Wie der tabellarische Lebenslauf beginnt auch der ausführliche Lebenslauf mit den persönlichen Daten.

Diese kann der Bewerber beispielsweise so formulieren:

Ich heiße Vorname Nachname. Mein Geburtstag ist der Datum, geboren bin ich in Ort. Derzeit wohne ich in der Straße in PLZ Ort. Erreichbar bin ich unter der Telefonnummer 0123/45678 oder unter E-Mail-Adresse.

Danach arbeitet sich der Bewerber nach und nach durch seinen tabellarischen Lebenslauf. Da die Angaben in verschiedene Kategorien und einzelne Stationen aufgeteilt sind, hat der Bewerber automatisch einen roten Faden, an dem er sich orientieren kann. Als weitere Inhalte folgen also:

  • der schulische Werdegang
  • die Ausbildung oder das Studium
  • Praktika und berufliche Tätigkeiten
  • sonstige Fähigkeiten und besondere Kenntnisse
  • Hobbys und Interessen

Aber: Im Unterschied zum tabellarischen Lebenslauf wird der ausführliche Lebenslauf chronologisch geschrieben. Der Bewerber fängt also in der Vergangenheit an und arbeitet sich an der Zeitachse entlang bis zur Gegenwart vor. Er berichtet nicht wie beim tabellarischen Lebenslauf rückwärts. Stattdessen schildert er seinen Werdegang so, wie er zeitlich tatsächlich abgelaufen ist.

 

Tipp Nr. 2: Nicht nur Fakten aneinanderreihen.

Der ausführliche Lebenslauf soll nicht nur Daten und Fakten aufzählen. Vielmehr soll er etwas über den Bewerber als Person berichten. Deshalb geht es nicht nur darum, was der Bewerber gemacht hat, sondern auch darum, warum der Bewerber etwas gemacht hat.

Der ausführliche Lebenslauf soll die Beweggründe und die Motivation vermitteln und aufzeigen, welche Ziele der Bewerber mit seinen Entscheidungen verfolgt hat. Außerdem soll er die Entwicklung des Bewerbers nachvollziehbar machen.

Der Bewerber sollte seine Stationen also nicht einfach nur in Sätze verpacken und nacheinander aufführen. Stattdessen sollte er sie mit logischen Gründen und aussagekräftigen Informationen ergänzen.

Das kann beispielsweise so aussehen:

Schon als Kind habe ich gerne gebastelt und gemalt. In meiner Grundschulzeit in der Grundschulname habe ich damit begonnen, Instrument zu spielen. In dieser Zeit habe ich auch meine Begeisterung für Bücher entdeckt. In der Schule, die ich ab Jahr besucht habe, konnte ich diese Interessen ausbauen.

Im Monat Jahr beendete ich meine Schullaufbahn mit dem Abschluss. Besonders gute Noten erzielte ich in den Fächern Deutsch, Kunst und Musik, insgesamt erreichte ich einen Notendurchschnitt von Note. Meinen Weg möchte ich nun mit einer Ausbildung als … fortsetzen. Denn dieser Beruf gibt mir die Möglichkeit, meine Interessen optimal einzubringen.

An unserem Beispiel wird auch gleich die nächste Besonderheit vom ausführlichen Lebenslauf erkennbar. Er endet nämlich nicht mit der letzten oder aktuellen Station. Stattdessen gibt der Bewerber einen kurzen Ausblick auf seine Zukunft. Er erklärt dem Personaler also, wie er sich seine berufliche Zukunft vorstellt und welche Ziele er als nächstes erreichen möchte.

 

Tipp Nr. 3: Den ausführlichen Lebenslauf in vier Abschnitte einteilen.

Der tabellarische Lebenslauf liefert die Daten, die der Bewerber für den ausformulierten Lebenslauf braucht. Dennoch ist der Bewerber vielleicht unsicher, wie er die verschiedenen Stationen am besten beschreiben kann.

Dann kann es helfen, wenn der Bewerber seinen Werdegang in vier Abschnitte einteilt. Anschließend kann er sich zu jedem Abschnitt Fragen überlegen, die etwas über ihn und seine Entwicklung aussagen.

Ganz praktisch kann das so aussehen:

 

  1. Abschnitt: Der Bewerber beginnt mit seiner Schulzeit.

  • Was waren die Lieblingsfächer des Bewerbers? Worin war er besonders gut? Was hat ihn interessiert?
  • Wusste der Bewerber damals schon, was er später beruflich machen möchte? Wenn ja, warum? Was hat ihn zu seiner Entscheidung gebracht?
  • Gab es während der Schulzeit besondere Ereignisse? Hat der Bewerber vielleicht an einem Schüleraustausch teilgenommen oder bei Projekten mitgemacht? Hatte er Wahlkurse belegt? War er in einem Ehrenamt engagiert?

Liegt die Schulzeit schon lange zurück und hat der Bewerber danach Fähigkeiten und Kenntnisse gesammelt, die für die ausgeschriebene Stelle wichtiger sind, kann er seine Schulzeit ruhig in einem Satz zusammenfassen. Dann ist es nämlich sinnvoller, wenn er die beruflichen Stationen und die praktischen Berufserfahrungen in den Vordergrund stellt.

 

  1. Abschnitt: Anschließend beschreibt der Bewerber seine Ausbildung und Praktika.

  • Hat der Bewerber Praktika gemacht? Wenn ja, welche? Und was hat er dabei gelernt?
  • Warum hat sich der Bewerber ausgerechnet für diese Ausbildung entschieden?
  • Was waren die wichtigsten Inhalte der Ausbildung?
  • Welche Erfahrungen und Erkenntnisse nimmt der Bewerber aus seiner Ausbildung mit?
  • Warum möchte der Bewerber in diesem Bereich weitermachen? Oder andersherum: Warum möchte der Bewerber jetzt etwas anderes machen?
  1. Abschnitt: Jetzt ist die Berufspraxis an der Reihe.

  • Wo hat der Bewerber gearbeitet? In welcher Position war er tätig? Wie lange hat das Beschäftigungsverhältnis gedauert?
  • Welche Aufgaben hat der Bewerber übernommen? Wofür war er zuständig? Welche Bereiche hat er kennengelernt?
  • Welche Kenntnisse hat der Bewerber erworben? Welche Fähigkeiten hat er sich angeeignet?
  • Was sind die größten Stärken des Bewerbers? Was liegt ihm besonders gut?
  • Kann er besondere Erfolge verbuchen?
  1. Abschnitt: Den Abschluss bilden die Hobbys und die Zukunftsaussichten.

  • Wie verbringt der Bewerber seine Freizeit?
  • Konnte der Bewerber durch seine Hobbys Eigenschaften entwickeln oder Dinge lernen, die ihm auch im Beruf zugute kommen werden?
  • Welche Fremdsprachen spricht der Bewerber?
  • Wie steht es um seine Computerkenntnisse?
  • Wie stellt sich der Bewerber seine berufliche Zukunft vor? Was möchte er erreichen?
  • Warum glaubt der Bewerber, dass er seine beruflichen Ziele bei diesem Arbeitgeber umsetzen kann?

Noch ein kleiner Tipp:

Wenn der Bewerber über seinem ausführlichen Lebenslauf sitzt, kann er sich vorstellen, er wäre bei einem Vorstellungsgespräch und wird dazu aufgefordert, etwas über sich zu erzählen.

Was würde er dem Personaler sagen? Wie würde er sich und seinen bisherigen Werdegang beschreiben? Wenn er diese Selbstpräsentation aufschreibt und mit den Daten aus dem tabellarischen Lebenslauf vervollständigt, hat er seinen ausführlichen Lebenslauf.

Im 2. Teil schauen wir uns die Formalitäten an. Und wir verraten, welche typischen Fehler der Bewerber nicht machen sollte.

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