Eine Bewerbung zurückziehen – Infos, Tipps und Musterbrief

Eine Bewerbung zurückziehen – Infos, Tipps und Musterbrief

 

Wer auf Jobsuche ist, schreibt in aller Regel mehrere Bewerbungen. Schließlich muss der Bewerber damit rechnen, dass nicht alle Bewerbungen erfolgreich sein werden. Umso schöner ist es dann natürlich, wenn nicht nur Absagen, sondern auch die eine oder andere Einladung zum Vorstellungsgespräch im Briefkasten landen.

Allerdings kann dies auch zu einer etwas unglücklichen Situation führen. Nämlich dann, wenn der Bewerber seinen neuen Job schon gefunden und einem anderen Unternehmen bereits zugesagt hat. Grundsätzlich gilt, dass der Bewerber seine Bewerbung zurückziehen sollte, wenn er an einer Stelle nicht mehr interessiert ist.

 

Warum das so ist und wie der Bewerber am besten vorgehen sollte, erklären die folgenden Infos und Tipps:

 

 

Eine Bewerbung zurückziehen – die Gründe

Das Auswahlverfahren kann je nach Unternehmen unterschiedlich lange dauern. Manchmal geht alles sehr schnell und die ausgeschriebene Stelle wird zeitnah neu besetzt. Manchmal hört der Bewerber aber erst ein paar Wochen später etwas von einem Unternehmen, bei dem er sich beworben hatte.

Deshalb kann es durchaus passieren, dass der Bewerber zwischenzeitlich schon eine andere Arbeitsstelle gefunden und angenommen hat. Denkbar ist aber auch, dass der Bewerber seine Bewerbung noch einmal durchdacht hat und nun zu dem Ergebnis gekommen ist, dass er den Job doch nicht machen oder nicht für dieses Unternehmen tätig werden möchte.

Vielleicht hat sich im privaten oder persönlichen Bereich des Bewerbers auch etwas geändert, wodurch sich die Bewerbung ebenfalls erübrigt hat. Es kann also viele Ursachen haben, weshalb der Bewerber dem Unternehmen eine Absage erteilen möchte oder muss. Unabhängig von der Ursache sollte der Bewerber seine Bewerbung dann aber auch zurückziehen.

 

Dafür wiederum gibt es im Wesentlichen drei gute Gründe:

 

1.       Der eigene Ruf:

Ein Sprichwort besagt, dass man sich im Leben immer zweimal trifft. Das gilt auch für das Berufsleben. Es kann gut sein, dass sich der Bewerber später einmal erneut bei dem Unternehmen bewerben möchte oder muss. Vielleicht kommt es auch im Rahmen einer unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit zu einem Aufeinandertreffen. Für den Bewerber wird es dann sicherlich leichter und wesentlich angenehmer, wenn beim Unternehmen keine negativen Erinnerungen wachwerden.

 

2.       Die Höflichkeit:

Ein professionelles und seriöses Auftreten sowie die Höflichkeit gebieten es, Bescheid zu geben, wenn eine Bewerbung nicht mehr aktuell ist. Der Personaler hat die Aufgabe, die Bewerbungen zu sichten und aus den Bewerbern den Kandidaten herauszufiltern, durch den die Stelle besetzt werden soll. Oft bleibt dafür nicht allzu viel Zeit. Vermutlich jeder ärgert sich, wenn er Zeit und Arbeit in etwas investiert hat, nur um dann festzustellen, dass die Mühen vergebens waren. Deshalb gehört es zum guten Ton, ein Unternehmen frühzeitig über eine geänderte Sachlage zu informieren.

 

3.       Die Fairness:

Zieht der Bewerber seine Bewerbung rechtzeitig zurück, zeugt das nicht nur von Professionalität und Höflichkeit. Er gibt damit auch einem anderen Bewerber eine Chance, der andernfalls vielleicht eine Absage bekommen hätte. 

 

Es ist übrigens ein Irrglaube, dass ein Unternehmen verärgert oder gar beleidigt reagiert, wenn ein Bewerber seine Bewerbung wieder zurückzieht. Ganz im Gegenteil hinterlässt der Bewerber vielmehr dadurch einen schlechten Eindruck, dass er sich einfach gar nicht mehr meldet oder das Unternehmen durch irgendwelche Ausreden hinhält.

Noch mehr Minuspunkte gibt es, wenn der Bewerber eine Zusage nicht einhält, also beispielsweise zum vereinbarten Vorstellungsgespräch oder Probearbeiten nicht erscheint. Gleiches gilt, wenn er zusagt, nur um dann nach ein paar Tagen gleich wieder zu kündigen.

 

Eine Bewerbung zurückziehen – die Vorgehensweise

Grundsätzlich kann der Bewerber beim Unternehmen anrufen, um seine Bewerbung zurückzuziehen. Ein Anruf bietet zum einen den Vorteil, dass er schnell erledigt ist und der Bewerber die Portokosten spart. Zum anderen zeugt es von Selbstbewusstsein und Größe, wenn der Bewerber seine Absage offen kommuniziert und in Kauf nimmt, sich Rückfragen stellen zu müssen.

Außerdem kann der Bewerber sicher sein, dass seine Info beim richtigen Empfänger angekommen ist. Stilvoller wirkt es aber meist, wenn sich der Bewerber für eine schriftliche Nachricht entscheidet.

Durch seinen Brief signalisiert der Bewerber, dass er die Absage genauso ernst nimmt wie die Bewerbung. Immerhin hat er in seinem Bewerbungsanschreiben ja ausführlich und überzeugend erklärt, warum er gerade diese Stelle haben und ausgerechnet für dieses Unternehmen tätig werden will. Investiert er die gleiche Mühe in seine Absage, entsteht nicht der Eindruck, dass die Aussagen im Anschreiben nur gut gelungenes Bewerbungs-Blabla waren. 

Der Absagebrief kann im gleichen Layout gestaltet sein wie das Bewerbungsanschreiben. Dadurch lässt er sich schnell und einfach zuordnen. Der Aufbau folgt dem gängigen Schema. Oben steht also der Briefkopf des Absender, darunter die Empfängerdaten, das Datum und die Betreffzeile. Der Brieftext besteht aus der persönlichen Anrede, dem eigentlichen Inhalt, der Grußformel und der Unterschrift.

 

Was den Briefinhalt angeht, so gibt es drei Elemente, die unbedingt enthalten sein sollten:

 

·         Dank:

Es gehört zum guten Ton, dass sich der Bewerber zunächst für die Aufmerksamkeit bedankt. Gab es bereits ein Vorstellungsgespräch, sollte er sich außerdem für die Zeit bedanken, die sich der Personaler genommen hat.

 

·         Begründung:

Der Bewerber kann konkret begründen, warum er sich nun doch anders entschieden hat. Dies macht beispielsweise dann Sinn, wenn der Bewerber aus persönlichen, familiären oder gesundheitlichen Gründen absagt.

Mehr als ein, zwei Gründe sollte er aber nicht nennen. Es geht nämlich nicht darum, die Entscheidung zu rechtfertigen. Im Vordergrund steht vielmehr, das Unternehmen über die Entscheidung zu informieren. Statt konkreter Gründe kann der Bewerber seine Begründung aber auch eher allgemein halten. Wie das aussehen kann, zeigt der Musterbrief im nächsten Abschnitt.

 

·         Bitte um Verständnis:

Zum Schluss sollte der Bewerber zum Ausdruck bringen, dass er keine Umstände machen wollte. Er kann auch schreiben, dass es ihm leidtut, dass die Zusammenarbeit nicht zustande kommt. Gleichzeitig sollte er um Verständnis für seine gut überlegte Entscheidung bitten.

 

Eine Bewerbung zurückziehen – ein Musterbrief

 

Briefkopf des Bewerbers

 

Empfängerdaten

 

Ort, Datum

 

Rücknahme meiner Bewerbung vom _______ für die Stelle als _______________

 

Sehr geehrte/r Frau/Herr (Name),

 

vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung auf meine Bewerbung und das damit entgegengebrachte Vertrauen.

 

Leider muss ich Ihnen heute mitteilen, dass ich meine Bewerbung zurückziehen möchte. Die Stelle ist sehr interessant und ich bin mir sicher, dass ich mich in Ihrem Team schnell eingelebt und wohlgefühlt hätte. Zwischenzeitlich habe ich jedoch ein Angebot erhalten, das sich noch besser mit meinen beruflichen und persönlichen Zielen vereinbaren lässt. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich deshalb entschlossen, dieses Angebot anzunehmen.

 

Es tut mir leid, wenn ich Ihnen damit einige Umstände bereite. Dennoch bitte ich um Ihr Verständnis für meine Entscheidung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

 

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Ein Gedanke zu „Eine Bewerbung zurückziehen – Infos, Tipps und Musterbrief“

  1. Sehr geehrte /er Frau/Herr…..,

    vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Mitarbeit in Ihrem Unternehmen.
    Aufgrund der Vielzahl der erhaltenen Jobangebote ist mir die Entscheidung nicht leicht gefallen. Leider muss ich Ihnn mitteilen, dass ich Ihre Firma bei der weiteren Auswahl nicht berücksichtigen kann.
    Bitte sehen Sie meine Entscheidung nicht als Bewertung Ihres Unternehmens oder Ihrer Personalabteilung an – ganz im Gegenteil.

    Für die Zukunft wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Bewerbersuche.

    Mit freundlichen Grüßen

    Name

    So würde ich das Schreiben! Direlt aus dem Absagen-Generator, wie es Personaler lieben…

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