Warum ein bisschen Arroganz gut für die Karriere ist

Warum ein bisschen Arroganz gut für die Karriere ist 

Viele Leute machen einen sehr guten Job. Sie sind fleißig und zuverlässig, erledigen ihre Aufgaben fehlerfrei und sind immer zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. Oft können sie bestimmte Dinge auch deutlich besser als ein anderer Kollege. Doch genau dieser Kollege stellt sich gerne in den Mittelpunkt und weist unermüdlich darauf hin, was er alles schafft und leistet. Die anderen Mitarbeiter denken sich ihren Teil dazu, halten sich dezent im Hintergrund und hoffen insgeheim, dass der Chef ihre Arbeit bemerken und wertschätzen wird.

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Warum ein bisschen Arroganz gut für die Karriere ist

Diese höfliche Bescheidenheit ist zweifelsohne ein feiner Charakterzug. Doch wer beruflich vorwärtskommen möchte, darf sein Licht nicht ständig unter den Scheffel stellen. Wir erklären, warum ein bisschen Arroganz gut für die Karriere ist:

Arroganz nur in Maßen

Im Beruf kann Arroganz zu mehr Erfolg verhelfen. Doch das heißt nicht, dass ein Arbeitnehmer ständig mit lauter Prahlerei auf sich aufmerksam machen und andere unterbuttern soll. Mit einem aufgeblasenen Gockel, der mehr Schein als Sein ist, kann und möchte niemand viel anfangen.

Höflichkeit, Fairness, Anstand und gute Manieren sind sehr wichtige Tugenden, sowohl im Privaten wie im Beruf. Und sie sind durch nichts zu ersetzen. Trotzdem schadet es nicht, den feinen Charakter mit einem kleinen Hauch Arroganz aufzupeppen.

Denn auf diese Weise wird aus dem stillen, netten Mitarbeiter ein selbstbewusster Kollege, der offen dazu steht, was er kann.

Arroganz kann sehr unangenehm wirken

Wir sprechen meist dann von einer arroganten Person, wenn sie sich für etwas Besseres hält. Jemand, der arrogant ist, tritt anderen gegenüber herablassend auf. Er zeigt sich übertrieben selbstbewusst, hält sich für unersetzbar, verurteilt andere und macht sie klein. Überheblich, hochnäsig oder eingebildet sind Adjektive, die synonym zu arrogant verwendet werden.

Die Gegenwart einer arroganten Person ruft schnell Unbehagen hervor. Denn der Gesprächspartner hat das Gefühl, weniger wert zu sein. Genau das möchte der Arrogante aber erreichen.

Er will, dass sich sein Gegenüber kleiner, schlechter, unbeliebter oder weniger kompetent fühlt, weil er auf diese Weise sein Selbstbewusstsein stärken kann und vor sich selbst ebenso wie vor anderen besser dasteht.

Vor diesem Hintergrund ist Arroganz ein dünnes Eis. Schließlich heißt es nicht umsonst, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Vermutlich jeder kennt ein Person, die so arrogant auftritt, dass sie niemand richtig leiden kann und gerne mit ihr zusammen ist.

Hinzu kommt, dass Überheblichkeit Schadenfreude provoziert. Wer behauptet, etwas besonders gut zu können, und dann ausgerechnet bei dieser Sache kläglich versagt, kann sich des Hohns und Spotts ziemlich sicher sein.

Im Beruf geht es deshalb darum, Arroganz zu zeigen, ohne arrogant zu sein. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach. Denn die Idee ist, selbstbewusst zu den eigenen Fähigkeiten zu stehen, seine Ziele klar und konsequent zu verfolgen und gleichzeitig ein fairer Kollege zu bleiben.

Eine Spur Arroganz für den Beruf

Das richtige Gespür für einen angemessenen Hauch Arroganz im Beruf müssen die meisten Menschen erst lernen. Denn die wenigsten sind von Haus aus so selbstbewusst, dass sie klar und souverän kommunizieren können, was sie drauf haben und was sie wollen.

Auf dem Weg dorthin kann folgendes helfen:

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  • Arroganz ist am einfachsten, wenn jemand etwas wirklich gut kann. Worin ist der Arbeitnehmer unschlagbar? Wobei ist er seinen Kollegen um Längen voraus? Was ist seine größte Stärke? Hervorragende Leistungen muss der Arbeitnehmer nicht für sich behalten, sondern kann ruhig ein bisschen damit angeben.

  • Wenn der Arbeitnehmer einen Raum betritt, sollen die anderen seine Präsenz bemerken. Er sollte sich nicht leise und unauffällig an seinen Platz schleichen. Stattdessen sollte er eine aufrechte Körperhaltung einnehmen und zielstrebig seinen Platz ansteuern. Er kann ruhig zeigen, dass er genau weiß, wo er hinwill.

  • Der Arbeitnehmer sollte immer im Hinterkopf haben, dass er für sein Handeln selbst verantwortlich ist. Wenn er scheitert, sind nicht seine Lehrer, die Kollegen, der Chef oder seine Eltern schuld. Er hat es selbst verbockt. Und andersherum ist es sein Verdienst, wenn er erfolgreich ist und seine Ziele erreicht.

  • Auch das Outfit und das Styling können eine große Rolle spielen. Wer in chicer Kleidung, gepflegt und hübsch zurechtgemacht durch die Gegend geht, fühlt sich selbstbewusster und sicherer als jemand im Schlabber-Look. Kleider machen nun einmal Leute.

  • Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer Gründe für seine Arroganz schafft. Er sollte sich Herausforderungen stellen und mit guten Leistungen überzeugen. Auf das, was er durch seine Arbeit, seine Mühen und seinen Einsatz erreicht hat, kann er völlig zu Recht stolz sein.

  • Der Arbeitnehmer sollte die Ansprüche an sich selbst hoch setzen. Mittelmäßige Ziele dürfen nicht sein Maßstab sein. Wer arrogant sein will, muss besser sein als andere.

  • Ein wichtiger Punkt ist zudem, dass der Arbeitnehmer lernen muss, Lob und Komplimente anzunehmen. Wenn andere seine Leistungen anerkennen, gibt es keinen Grund, in die vornehme Bescheidenheit zurückzufallen.

Natürlich muss ein Arbeitnehmer nicht alle genannten Punkte für sich umsetzen. Es geht auch nicht darum, den Charakter von heute auf morgen komplett umzukrempeln. Doch oft genügen schon kleine Nachjustierungen, um den Glauben an sich selbst auf ein anderes Level zu heben.

Arroganz erfordert Intelligenz

Dass jemand berufliche Arroganz zeigt, heißt nicht, dass er sich respektlos verhält. Ganz im Gegenteil begegnet er anderen Leuten mit dem gleichen Respekt, den er für sich und seine Leistungen erwartet.

Kritiker bringt er durch gute Leistungen zum Schweigen und nicht durch ein überhebliches Getue. Jemand, der Arroganz beherrscht, ruht sich auch nicht auf seinen Erfolgen aus, sondern setzt sich immer neue, höhere Ziele.

Es mag komisch erscheinen, dass Arroganz gut für die Karriere sein soll. Doch im richtigen Maß kann sie der Schlüssel für den Erfolg sein. Wer immer nur bescheiden ist, sich zurücknimmt, seine Leistungen schmälert und anderen den Vortritt lässt, mag ein netter und verlässlicher Kollege sein.

Doch er sorgt auch dafür, dass seine Arbeit kaum wahrgenommen und er bei Beförderungen übersehen wird.

Arroganz heißt im beruflichen Sinne deshalb nichts anderes, als präsent und selbstbewusst zu sein. Wer sich selbst immer wieder daran erinnert, dass er gut ist und etwas kann, wird auch andere von seinem Können überzeugen.

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

Ein Gedanke zu „Warum ein bisschen Arroganz gut für die Karriere ist“

  1. Joa, das habe ich bei mir auch in letzter Zeit bemerkt… Ich habe mich aufgrund von Langeweile ziemlich in meine Arbeit hineingesteigert und weniger fähige Kollegen teilweise unangemessen angesprochen, wenn ich mal enttäuscht von ihren Leistungen war (in den Fällen hing meine Arbeit von ihrer ab, sie zogen mich also „mit runter“).
    Aber wer kann denn im Angesicht von offensichtlichen schlechten Leistungen, die einen selbst beeinlfussen, bescheiden und nett bleiben?

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