4 Tipps für die Bewerbung aus der Freiberuflichkeit heraus

4 Tipps für die Bewerbung aus der Freiberuflichkeit heraus

Der Weg aus der Freiberuflichkeit zurück in eine Festanstellung kommt seltener vor. Häufiger ist, dass Arbeitnehmer den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchten. Doch mancher Freiberufler will eben zugunsten eines festen Jobs mit sicherem Einkommen doch lieber auf ein Stück Freiheit verzichten. Einem anderen Freiberufler bleibt vielleicht gar keine andere Wahl, weil die Geschäfte nicht gut laufen und der Verdienst nicht ausreicht.

4 Tipps für die Bewerbung aus der Freiberuflichkeit heraus

Unabhängig von den Gründen für die Entscheidung gestaltet sich die Bewerbung mitunter recht schwierig. Ein zentrales Element in einer Bewerbungsmappe ist nämlich der Lebenslauf.

Durch ihn verschafft sich der Personaler einen Überblick darüber, ob der Bewerber die notwendigen Qualifikationen und Erfahrungen mitbringt, die die angestrebte Stelle erfordert.

Doch wer jahrelang freiberuflich gearbeitet hat, hat meist nur wenige Stationen in seinem Lebenslauf. Auch Arbeitszeugnisse sind Mangelware. Wie also kann der Freiberufler überzeugen?

Hier sind vier Tipps für die Bewerbung aus der Freiberuflichkeit heraus!:

  1. Selbstbewusst zur Freiberuflichkeit stehen

Es kann gut sein, dass die Freiberuflichkeit seinerzeit als Notlösung begann. Vielleicht hat sich der Freiberufler viele seiner Kompetenzen im Laufe der Zeit selbst mühsam angeeignet und schätzt sie deshalb als weniger profund ein.

In der Praxis kommt es häufig vor, dass Freiberufler fürchten, mit anderen Bewerbern nicht mithalten zu können. Die Folge davon ist, dass sie nicht selbstbewusst auf das zurückschauen, was sie in den vergangenen Jahren geschafft haben.

Stattdessen vermuten sie hinter der Selbstständigkeit ein Manko, auf das sie am liebsten gar nicht großartig eingehen wollen. Doch für eine überzeugende Bewerbung ist das genau der falsche Weg.

Das eigene Profil, die berufliche Biographie und die persönlichen Kompetenzen machen den Freiberufler zu einem genauso guten und einzigartigen Bewerber wie die übrigen Kandidaten. So wie ein Arbeitnehmer für einen Arbeitgeber tätig war und jetzt nach einer neuen beruflichen Herausforderung sucht, hat der Freiberufler für sich den Entschluss gefasst, sich umzuorientieren.

Und seine Erfahrungen während der Selbstständigkeit sind nicht weniger wert als die Berufspraxis, die ein Arbeitnehmer in einer Festanstellung sammelt. Ganz im Gegenteil, muss sich doch ein Freiberufler neben seinem eigentlich Job auch um alles andere selbst kümmern.

Mit welchen Qualifikationen und Kompetenzen der Freiberufler letztlich Pluspunkte beim Personaler sammelt, ist kaum vorherzusehen. Die Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung ist aber immer, dass der Freiberufler selbstbewusst zu dem steht, was er ist und was er kann.

  1. Übereinstimmungen suchen

Es genügt nicht, wenn der Freiberufler in seinem Lebenslauf nur kurz die Art der Selbstständigkeit und ihre Dauer angibt.

Damit sich der Personaler ein Bild davon machen kann, ob der Freiberufler für die Stelle in Frage kommt, ist wichtig, die Schwerpunkte der Tätigkeit und die vorhandenen Qualifikationen zu beschreiben. Gleichzeitig sollte das eigene Profil auf den angestrebten Job zugeschnitten sein und zum Anforderungsprofil der Stelle passen.

Deshalb sollte der Freiberufler zunächst das Stelleninserat genau studieren. Was werden typische Aufgaben sein? Welche Voraussetzungen sind gefordert? Was sollte der Bewerber mitbringen?

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Anschließend kann der Freiberufler seine Tätigkeit Revue passieren lassen und konkrete Beispiele, Aufträge oder Projekte heraussuchen, die seine Eignung für die Stelle belegen. Diese führt er stichpunktartig in seinem Lebenslauf auf.

  1. Soft Skills herausarbeiten

Die Freiberuflichkeit erfordert eine ganze Reihe an persönlichen Kompetenzen. Eine organisierte Arbeitsweise, Verhandlungsgeschick, Organisationstalent, Zuverlässigkeit, Kontaktfreude, Kommunikationsstärke oder Pflichtbewusstsein sind nur ein paar Beispiele. Solche Eigenschaften kommen dem Freiberufler natürlich auch bei einer Festanstellung zugute.

Ein anderer Aspekt ist, dass der Freiberufler Chef, Dienstleister und fleißige Fachkraft in einer Person ist. Dadurch kennt er beide Seiten und bringt zwangsläufig soziale Kompetenzen mit.

Das wiederum macht ihn zu einer optimalen Besetzung für eine Stelle, die mit Führungsaufgaben einhergeht oder im Bereich der Teamleitung angesiedelt ist. Je nach Stellenangebot sollte der Freiberufler daher die wichtigsten Eigenschaften herausfiltern und auf den Punkt bringen.

  1. Referenzen angeben

Der Freiberufler kann zwar Aufträge und Projekte benennen und auch Arbeitsproben vorlegen. Doch mit Arbeitszeugnissen kann er nicht glänzen. Umso wertvoller können deshalb Referenzen sein. Der Freiberufler sollte sich bei früheren Auftraggebern erkundigen, ob sie zu Auskünften bereit wären.

Seine Bewerbungsmappe kann er dann mit einer Liste ergänzen, auf der drei bis fünf Ansprechpartner samt Firmenname, Anschrift und Telefonnummer aufgeführt sind.

Allerdings sollte sich der Freiberufler im Klaren darüber sein, dass der Personaler auf die Referenzliste zurückgreifen wird. Kennt ein kontaktierter Ansprechpartner den Freiberufler gar nicht, verweigert er die Auskunft oder äußert er sich negativ, wäre das ein riesiger Minuspunkt, der kaum aufzufangen ist. Bevor der Freiberufler Kontakte angibt, sollte er sich also sehr sicher sein, dass es sich um echte Referenzen handelt.

Ansonsten ist es besser, es beim Lebenslauf und eventuell Arbeitsproben zu belassen.

Fazit zur Bewerbung aus der Freiberuflichkeit heraus

So groß sind die Unterschiede bei der Bewerbung gar nicht.

Die Beschreibung der Selbstständigkeit mit Tätigkeitsschwerpunkten und wichtigen Projekten dient als Beleg für die vorhandenen Qualifikationen, Arbeitsproben vermitteln einen Eindruck von den Fähigkeiten und Referenzen ersetzen fehlende Arbeitszeugnisse. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie bei jeder anderen Bewerbung auch.

Doch das bedeutet zugleich, dass der Freiberufler nicht tiefer ins Detail gehen sollte, als er das bei einer Bewerbung aus einer Festanstellung heraus tun würde. Denn zum einen setzt ein souveräner Umgang mit der beruflichen Biographie voraus, dass der Freiberufler den Blick für das Wesentliche hat.

Und zum anderen könnte der Eindruck entstehen, dass der Freiberufler mit seiner Selbstständigkeit nicht abgeschlossen hat und eigentlich an seiner Tätigkeit festhalten will.

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

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