Welche Jobs aus dem Lebenslauf gestrichen werden können

Welche Jobs aus dem Lebenslauf gestrichen werden können

Es heißt zwar immer, dass ein Lebenslauf vollständig sein soll. Er soll den bisherigen Werdegang lückenlos aufzeigen. Außerdem gilt Berufserfahrung als ein wichtiger Pluspunkt, der einem Bewerber entscheidende Vorteile gegenüber seinen Mitbewerbern einbringen kann. Doch das heißt nicht, dass der Bewerber wirklich jede berufliche Station aufzählen muss. Ganz im Gegenteil punktet er gerade dann, wenn er seine berufliche Geschichte optimiert.

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Welche Jobs aus dem Lebenslauf gestrichen werden können

Und dazu gehört eben auch, bestimmte Tätigkeiten wegzulassen:

Welche Jobs aus dem Lebenslauf gestrichen werden können

Regelmäßig wird darauf hingewiesen, wie wichtig praktische Berufserfahrung ist. Und tatsächlich ist da auch viel Wahres dran. Wer bisher immer nur die Theorie gebüffelt hat, muss Praxiserfahrung sammeln, wenn er auf dem Arbeitsmarkt bestehen will. Denn was in Büchern einfach und logisch klingt, kann in der praktischen Umsetzung zur echten Herausforderung werden.

Jede Tätigkeit, egal ob Praktikum, Ferienjob, Aushilfstätigkeit oder Vollzeitstelle, geht mit wertvollen Erkenntnissen einher. Wer irgendwo tätig wird, lernt neue Aufgabenbereiche und Abläufe kennen.

Er erfährt, wie die verschiedenen Unternehmen arbeiten und worauf sie Wert legen. Außerdem sammelt er Erfahrung im Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden.

Jeder Job kann ein wichtiger Schritt sein und die berufliche Karriere nachhaltig beeinflussen. Denn zum einen eröffnet eine berufliche Station die Möglichkeit, das vorhandene Wissen praktisch anzuwenden, Kenntnisse zu vertiefen und sich neue Kompetenzen anzueignen.

Zum anderen kann eine Tätigkeit vor Augen führen, in welchem Bereich jemand falsch aufgehoben ist, an seine Grenzen stößt oder was er für sich auf keinen Fall möchte.

Doch so wertvoll die Berufserfahrung auch sein mag, nicht jede Station muss im Lebenslauf dokumentiert sein. Personaler haben wenig Zeit und nehmen sich nur einen kurzen Moment, um eine Bewerbung zu sichten.

Deshalb ist umso wichtiger, dass auf den ersten Blick klar wird, warum der Bewerber der richtige Kandidat für die freie Stelle sein könnte. Dazu gehört dann auch, den Rotstift anzusetzen und den Werdegang zu komprimieren. Vor allem folgende Stationen können bedenkenlos aus dem Lebenslauf gestrichen werden:

Jobs ohne Bedeutung für die Stelle

Gut möglich, dass der Bewerber schon allerlei Jobs gemacht hat, um nebenbei etwas Geld zu verdienen, sein Studium zu finanzieren oder sich eine größere Anschaffung oder sein Hobby leisten zu können.

Einen Personaler interessiert das aber nur bedingt. Seine Aufmerksamkeit gilt den Tätigkeiten, die mit der freien Stelle zusammenhängen und dafür relevant sind. Alle anderen Stationen plustern den Lebenslauf nur auf und rauben beim Lesen wertvolle Zeit.

Der Bewerber sollte seine bisherigen Jobs deshalb durchgehen. Bei welchen Tätigkeiten hat er sich Kenntnisse angeeignet, die er für die angestrebte Stelle braucht? Wo hat er Fähigkeiten unter Beweis gestellt, die er im neuen Job genauso anwenden kann?

Natürlich muss sich der Bewerber nicht nur auf Tätigkeiten beschränken, die ideal zur gewünschten Stelle passen. Oft wird das so gar nicht möglich sein. Außerdem spricht es für den Bewerber, wenn er breiter aufgestellt ist und nicht immer nur im gleichen Bereich gearbeitet hat.

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Aber eine längere Liste mit Jobs, die gar keinen Bezug zur angestrebten Stelle haben, verstellen nur den Blick auf das, worauf es wirklich ankommt.

Jobs, die lange zurückliegen

Die Arbeitswelt wird immer schnelllebiger. Einige Kenntnisse und Erfahrungen verlieren deshalb nach einer gewissen Zeit an Bedeutung. Wer zum Beispiel vor 30 Jahren einen Computerkurs besucht hat, wird mit den Inhalten von damals heute nicht mehr weit kommen.

Mit den beruflichen Tätigkeiten ist es ähnlich. Für einen Personaler ist nicht besonders interessant, welchen Ferienjob ein Bewerber hatte oder wo sein Schülerpraktikum stattfand, wenn der Bewerber seitdem eine Berufsausbildung abgeschlossen und mehrere Vollzeitstellen hatte.

Praktika und Jobs, die viele Jahre zurückliegen, kann der Bewerber deshalb ruhigen Gewissens aus dem Lebenslauf streichen. Und mit jeder Station, die neu dazukommt, kann die älteste Station wegfallen.

Kurzzeitjobs

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Lebenslauf Ecken und Kanten hat. Ein beruflicher Weg verläuft selten geradlinig. Und es kann durchaus vorkommen, dass der Bewerber mehrere Jobs hatte, die er jeweils nur sehr kurz ausgeübt hat.  Das kann daran liegen, dass es nur befristete Jobs waren, es sich um Aushilfstätigkeiten handelte oder sich der Weg noch während der Probezeit wieder trennte.

Vor allem bei einer größeren Anzahl sollte der Bewerber aber nicht alle Kurzzeitjobs aufführen. Denn viele sehr kurze Beschäftigungen und zahlreiche Jobwechsel könnten den Personaler skeptisch machen. Er könnte vermuten, dass der Bewerber nicht weiß, was er will oder recht schnell die Segel streicht.

Genauso könnte er annehmen, dass es schwierig ist, mit dem Bewerber zusammenzuarbeiten. Kurzzeitbeschäftigungen sollte der Bewerber deshalb nur erwähnen, wenn er ansonsten keine oder nur wenig Berufserfahrung vorweisen kann. Oder wenn es sich bei den Jobs um besondere Tätigkeiten handelt, die für die angestrebte Stelle wichtig sind.

Keine Angst vor Lücken

Berufserfahrung ist zwar ein Pluspunkt, aber eine lange Liste an Jobs ist nicht unbedingt von Vorteil. Oft überzeugt der Bewerber eher durch einen schlanken Lebenslauf, der auf die angestrebte Stelle zugeschnitten ist und seine Eignung dafür in den Vordergrund stellt.

Die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen, das Wesentliche im Blick zu haben und auf den Punkt zu kommen, ist im Job schließlich auch nicht ganz unwichtig.

Um Lücken zu vermeiden, kann der Bewerber die gestrichenen Jobs kurz in einem Punkt zusammenfassen. So bleibt der Werdegang nachvollziehbar und es entstehen keine Fehlzeiten. Gleichzeitig bleibt genug Raum, um die wichtigen Stationen in den Vordergrund zu rücken.

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

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