Fremdsprachenkenntnisse richtig einstufen – Infos und Tipps

Fremdsprachenkenntnisse richtig einstufen – Infos und Tipps

In unserer modernen Zeit wächst die Welt zunehmend zusammen. Die Gesellschaften sind multikulturell und viele Unternehmen agieren auf internationaler Ebene. Deshalb werden auch Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger. Oft steht schon in der Stellenanzeige, dass der Bewerber eine Fremdsprache gut, sehr gut oder sogar verhandlungssicher beherrschen sollte.

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Fremdsprachenkenntnisse richtig einstufen - Infos und Tipps

Doch woher weiß der Bewerber, wie gut er eine Fremdsprache kann? Wie kann er seine Kenntnisse einschätzen und in der Bewerbung beschreiben?

Wir geben Infos und Tipps rund ums richtige Einstufen von Fremdsprachenkenntnissen!:

Fremdsprachenkenntnisse werden oft erwartet

Die meisten Arbeitgeber erwarten, dass Bewerber Kenntnisse in mindestens einer Fremdsprache mitbringen. In einigen Branchen gehören Fremdsprachenkenntnisse unbedingt dazu.

Wer zum Beispiel im IT-Bereich oder im Tourismus arbeiten möchte, kommt um Englisch kaum herum. Doch heutzutage sind Fremdsprachenkenntnisse in so gut wie allen Berufen wichtig und nützlich.

Deshalb finden sich in den meisten Stellenanzeigen Anforderungen im Stil von:

  • Gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift

  • Gute bis sehr gute Fremdsprachenkenntnisse

  • verhandlungssicheres Englisch

  • Kenntnisse in Englisch und einer weiteren Fremdsprache wären wünschenswert

Sind Fremdsprachenkenntnisse bereits im Jobangebot ausdrücklich genannt, sollte der Bewerber darauf eingehen. Im Anschreiben kann er kurz erwähnen, welche Sprachen er spricht und wo er sich die Kenntnisse angeeignet hat. Im Lebenslauf sollte er den Fremdsprachen einen eigenen Abschnitt widmen.

Manchmal sind Fremdsprachenkenntnisse keine Muss-, sondern nur eine Kann-Anforderung. Das ist daran zu erkennen, dass in der Stellenanzeige Formulierungen wie „wünschenswert“, „von Vorteil“ oder „ideal wäre …“ verwendet werden. Die Fremdsprachenkenntnisse sind dann zwar gern gesehen, für eine Einstellung aber nicht zwingend notwendig.

Verfügt der Bewerber über die genannten Fremdsprachenkenntnisse nicht, doch passt sein Profil ansonsten perfekt zur Stelle, sollte er sich ruhig bewerben. Spätestens im Vorstellungsgespräch kann er signalisieren, dass er bereit ist, die fehlenden Kenntnisse aufzuholen.

Fremdsprachenkenntnisse richtig einstufen

Es ist wichtig, dass der Bewerber seine Fremdsprachenkenntnisse richtig einschätzen und angeben kann. Denn er sollte sein Können weder schmälern noch übertreiben und so falsche Erwartungen wecken. Allerdings fällt es vielen Bewerbern schwer, einzuordnen, wie gut sie eine Fremdsprache tatsächlich beherrschen.

Es gibt verschiedene Abstufungen, an denen sich der Bewerber orientieren kann. Die einzelnen Abstufungen beschreiben den Umfang, in dem Fremdsprachenkenntnisse vorhanden sind.

Bei Bewerbungen sind folgende Einordnungen üblich:

Grundkenntnisse

Mit Grundkenntnissen ist gemeint, dass der Bewerber einzelne Vokabeln kennt, einfache Sätze versteht und auch selbst bilden kann. Hatte er zum Beispiel Englisch in der Schule und hat er diese Kenntnisse später nicht weiter vertieft, verfügt er über Grundkenntnisse.

Gleiches gilt, wenn die Kenntnisse ausreichen, um Songs grob zu verstehen, im Restaurant eine Bestellung aufzugeben oder sich jemandem in kurzen und einfachen Worten vorzustellen.

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Gute Fremdsprachenkenntnisse

Verfügt der Bewerber über gute Fremdsprachenkenntnisse, kann er sich auf einem soliden Niveau verständigen. Er kann Gespräche führen, Unterhaltungen folgen und sich verständlich ausdrücken.

Sein Können bezieht sich in erster Linie auf alltägliche Konversation. Die Kenntnisse reichen nicht, um sich über komplexe Themen auszutauschen oder anspruchsvollere Texte zu erfassen.

Sehr gute Fremdsprachenkenntnisse

Mit sehr guten Fremdsprachenkenntnissen ist es möglich, sich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen. Geht es um den eigenen Fachbereich, beherrscht der Bewerber auch Fachausdrücke, so dass er in diesem Themengebiet fachspezifische Gespräche führen kann.

Unterhält sich der Bewerber im Alltag mit einem Muttersprachler, muss dieser nicht deutlich oder langsamer sprechen, damit der Bewerber ihm folgen kann.

Verhandlungssicher

Verhandlungssichere Fremdsprachenkenntnisse liegen vor, wenn der Bewerber Inhalte und Zusammenhänge aller Art versteht. Er kann sich über praktisch jedes Thema fließend mit einem Muttersprachler unterhalten. Sein Vokabular ist sehr umfangreich und deckt sowohl den allgemeinen Sprachgebrauch als auch fachliche Themenbereiche ab.

Der Bewerber kann fehlerfreie Texte erstellen und fühlt sich in der Fremdsprache so wohl und sicher, dass er jederzeit problemlos zwischen der Fremdsprache und seiner Muttersprache hin- und herwechseln kann.

Muttersprachliches Niveau

Sprachkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau bedeuten, dass der Bewerber eine Fremdsprache praktisch so gut beherrscht, als wäre es seine Muttersprache. Das gilt sowohl mündlich als auch schriftlich.

Ein muttersprachliches Niveau kann zum Beispiel gegeben sein, wenn der Bewerber längere Zeit im Ausland gelebt und dort seine Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache sehr weit ausgebaut hat.

Die Bezeichnung Muttersprachler kann der Bewerber aber nur dann verwenden, wenn es sich tatsächlich um seine Muttersprache handelt. Stammt der Bewerber aus dem Ausland und hat sich später Deutsch als Fremdsprache angeeignet oder ist er zweisprachig aufgewachsen und hat von Anfang an Deutsch und eine zweite Sprache gelernt, dann ist er mit Blick auf die Fremdsprache Muttersprachler.

Bei den Fremdsprachenkenntnissen ehrlich und realistisch bleiben

Fremdsprachenkenntnisse sind in der heutigen Arbeitswelt ein wichtiger Pluspunkt. Deshalb sollte der Bewerber in seinem Lebenslauf aufführen, wenn er weitere Sprachen beherrscht. Schließlich nützen ihm seine Kenntnisse wenig, wenn der Personaler nichts davon erfährt.

Allerdings muss der Bewerber bei der Wahrheit bleiben. Er sollte keine Kenntnisse in Aussicht stellen, die er so nicht hat. Zumal es im Vorstellungsgespräch durchaus passieren kann, dass der Personaler in die Fremdsprache wechselt.

Stellt sich dann heraus, dass der Bewerber von den angekündigten sehr guten Kenntnissen ganz weit entfernt ist und schon mit einfachstem Smalltalk seine Probleme hat, ist das überaus peinlich.

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

Ein Gedanke zu „Fremdsprachenkenntnisse richtig einstufen – Infos und Tipps“

  1. Spitze, dann kann ich mir jetzt also sicher sein, dass ich dank meiner zweijährigen Auslandserfahrung in Australien ziemlich sicher muttersprachliches Niveau im Hinblick auf meine Englischkenntnisse besitze! 🙂
    Ich höre auch sehr häufig (mindestens 4/Woche) englischsprachige Podcasts und lese mit wenigen Ausnahmen nur auf englischen Seiten…
    In der Hinsicht sollte ich also vermutlich keine Probleme haben 8)
    LG

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