5 Tipps fürs Austrittsgespräch

5 Tipps fürs Austrittsgespräch

Endet ein Arbeitsverhältnis, findet in aller Regel ein Austrittsgespräch statt. Bei diesem Gespräch werden zum einen formale Dinge geklärt, also zum Beispiel wann der letzte Arbeitstag des Arbeitnehmers ist, wann und wie er seine Papiere bekommt, was aus dem Resturlaub wird oder bis wann er die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel zurückgeben muss.

5 Tipps fürs Austrittsgespräch

Zum anderen wird die gemeinsame Zeit besprochen. Der Arbeitnehmer bekommt ein Feedback und kann seine Sicht der Dinge schildern.

Je nachdem, warum der Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt, kann so ein Austrittsgespräch aber recht kniffelig sein. Schließlich geht nicht jeder Arbeitnehmer freiwillig, sondern sieht für sich mitunter keine andere Lösung. Trotzdem ist wichtig, sachlich zu bleiben und seine Aussagen mit Bedacht zu wählen.

Nicht umsonst sagt eine alte Weisheit, dass man sich im Leben immer zweimal trifft. Und nachdem der Arbeitnehmer nicht wissen kann, wohin ihn sein beruflicher Weg noch führen wird, sollte ein fairer und professioneller Abgang sein Ziel sein.

Wir geben fünf Tipps fürs Austrittsgespräch!:

Tipp Nr. 1: Keine Beschwerden

Es mag verlockend sein, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Doch der Arbeitnehmer sollte sich nicht dazu verleiten lassen, zu kommunizieren, was er wirklich von seinem Vorgesetzten hält, welche Kollegen unfaire Blender sind oder was ihn alles an seinem Job gestört hat.

Denn wenn sich der Arbeitnehmer dazu entschieden hat, das Unternehmen zu verlassen, bringt es ihm nichts mehr, wenn er erst beim Austrittsgespräch Beschwerden äußert.

Um etwas zu verändern, hätte er während seiner Tätigkeit ansprechen müssen, was aus seiner Sicht falsch läuft. Dann hätte der Arbeitgeber reagieren können und möglicherweise hätte sich ein anderer Weg gefunden. Nutzt der Arbeitnehmer das Austrittsgespräch für eine Abrechnung, wirkt das wenig professionell.

Tipp Nr. 2: Gut vorbereiten

Der Arbeitnehmer sollte sich auf das Austrittsgespräch vorbereiten. Dazu gehört zum einen, sich über seine Gefühle Gedanken zu machen, um emotionale Ausbrüche zu vermeiden. Zum anderen sollte sich der Arbeitnehmer überlegen, welche Punkte er auf welche Art ansprechen kann, damit sein Nachfolger etwas davon hat.

Wird beim Austrittsgespräch deutlich, dass der Arbeitnehmer das Beste für das Unternehmen möchte und ihm ernsthaft eine erfolgreiche Zukunft wünscht, kann er weit mehr bewegen.

Er hat so nämlich die Chance, bleibende Spuren zu hinterlassen. Gleichzeitig behält ihn der Arbeitgeber in guter Erinnerung, was dem Arbeitnehmer sowohl mit Blick auf sein Zeugnis und Referenzen als auch bei einer möglichen Rückkehr wertvolle Pluspunkte sichert.

Tipp Nr. 3: Professionellen Abstand wahren

Ist der Arbeitnehmer beim Austrittsgespräch zu offen oder zu kritisch, kann schnell der Eindruck entstehen, dass er verbittert ist. Arbeitgeber interessieren sich in aller Regel dafür, wie sie die Unternehmenskultur, das Betriebsklima und die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter verbessern können.

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Der Arbeitnehmer sollte deshalb sachlich erklären, was ihm an seinem Job gefallen hat, was er am Unternehmen schätzte und an welchen Stellen er Änderungs- oder Verbesserungspotenzial sieht.

Er kann und sollte erwähnen, was er gelernt hat und was er aus der Zeit beim Arbeitgeber für sich mitnimmt. Aber natürlich kann er genauso ansprechen, wenn er das Gefühl hatte, dass er seine Fähigkeiten nicht voll einbringen konnte. Am besten nennt er konkrete Beispiele dafür.

Genauso kann er die Faktoren zur Sprache bringen, die ihn dazu veranlasst haben, den Arbeitgeber zu verlassen. Wichtig ist aber, dass der Arbeitnehmer stets sachlich bleibt und eine professionelle Haltung wahrt.

Tipp Nr. 4: Daten und Fakten nennen

Verlässt der Arbeitnehmer das Unternehmen, weil er woanders für eine vergleichbare Tätigkeit mehr Geld bekommt? Oder weil er sich mit der Firmenpolitik, der Unternehmenskultur oder den Produkten eines anderen Unternehmens besser identifizieren kann?

Haben ihn die Arbeitszeiten oder die Sozialleistungen des neuen Arbeitgebers überzeugt? Sah der Arbeitnehmer in diesem Unternehmen keine Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und beruflich vorwärtszukommen?

Unternehmen interessieren sich sehr dafür, wie sie im Vergleich zur Konkurrenz dastehen. Selbst wenn sie dabei schlechter abschneiden, liefern ihnen wettbewerbsfähige Daten wichtige Ansatzpunkte für Verbesserungen und Optimierungen.

Schließlich möchte jedes Unternehmen motivierte Mitarbeiter und qualifizierte Fachkräfte für sich gewinnen. Deshalb ist es legitim und nützlich, wenn der Arbeitnehmer seinen Ausstieg mit Vergleichen begründet.

Tipp Nr. 5: Eigene Austrittsgespräche führen

Das offizielle Austrittsgespräch mit dem Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen ist die eine Sache. Etwas anderes sind die Gespräche, die der Arbeitnehmer mit seinen Kollegen führt. Während er seinen Arbeitsplatz räumt, kann er die Zeit nutzen, um die Zusammenarbeit noch einmal Revue passieren zu lassen.

Er kann sich mit dem jeweiligen Kollegen an gemeinsame Erlebnisse erinnern, bestehende Konflikte auflösen und nebenbei den einen oder anderen Ratschlag mit auf den Weg geben.

Dabei geht es nicht darum, besserwisserisch zu erklären, was die Kollegen falsch machen und was sie künftig anders machen sollen. Das Ziel ist vielmehr, einen sauberen Schlussstrich zu ziehen, so dass alle Beteiligten mit einem guten Gefühl auseinandergehen und die Erfahrungen des anderen nutzen können, um den eigenen Arbeitsplatz noch ein bisschen besser zu machen.

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

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