Infos und Tipps zum Telefoninterview, Teil 2

Infos und Tipps zum Telefoninterview, Teil 2

Bewerbung, Vorstellungsgespräch, Entscheidung: Lange Zeit war das der Weg zu einem neuen Job. Doch die Auswahlverfahren haben sich verändert. Nicht nur die klassische Bewerbungsmappe wird zum Auslaufmodell und immer öfter durch digitale Varianten ersetzt. Auch bei der Personalauswahl greifen die Unternehmen zunehmend zu anderen Instrumenten. So arbeiten etliche Betriebe mit Einstellungstests oder Assessment Centers.

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Infos und Tipps zum Telefoninterview, Teil 2

Andere Unternehmen schalten ein Telefoninterview zwischen die Bewerbung und das persönliche Kennenlernen. Ein erstes Bewerbungsgespräch am Telefon kann natürlich die Unsicherheit erhöhen. Schließlich dürften die wenigsten Bewerber viel Erfahrung damit haben.

Und mit einem Personaler, den der Bewerber weder sieht noch kennt, über die berufliche Zukunft zu plaudern, fällt nicht jedem leicht. Andererseits ist das Telefonat halb so wild. Das gilt jedenfalls dann, wenn sich der Bewerber vorbereitet hat und weiß, worum es geht.

An dieser Stelle kommen wir ins Spiel. In einem zweiteiligen Beitrag geben wir nämlich Infos und Tipps zum Telefoninterview. Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, was ein Telefoninterview bezweckt, wie es abläuft und wie lange es dauert.

Hier ist Teil 2!:

Wer ruft wen zum Telefoninterview an?

Ist ein Telefoninterview geplant, ruft in aller Regel das Unternehmen den Bewerber an. Wann der Anruf erfolgen und wer der Anrufer sein wird, erfährt der Bewerber per E-Mail oder Post durch die entsprechende Rückmeldung auf seine Bewerbung.

Sind seit dem vereinbarten Zeitpunkt schon ein paar Minuten vergangen und hat sich niemand vom Unternehmen telefonisch oder auf anderen Wegen beim Bewerber gemeldet, sollte er selbst zum Hörer greifen.

Möglicherweise ist dem Personaler etwas dazwischengekommen oder er hat den Termin schlicht verbummelt. Ist es dem Bewerber unangenehm, selbst anzurufen, kann er seinem Ansprechpartner aber auch eine E-Mail schicken und sich darin erkundigen, ob und auf wann das Telefoninterview verschoben wird.

Wie kann sich der Bewerber auf das Telefoninterview vorbereiten?

Sobald der Bewerber die Mitteilung über das bevorstehende Telefoninterview erhalten hat, sollte er die Telefonnummer und den Namen des Personalers in seinem Telefon speichern. Klingelt dann das Telefon, wird der Bewerber an den Namen erinnert und kann den Personaler gleich mit dessen Namen begrüßen.

Auf diese Weise kann er direkt die ersten Pluspunkte sammeln. Denn zum einen wirkt eine persönliche Ansprache freundlicher und zum anderen zeigt der Bewerber dadurch, dass er sich auf das Gespräch vorbereitet hat.

Meldet sich ein anderer Personaler, sollte sich der Bewerber seinen Namen aufschreiben. So kann er seinen Gesprächspartner zwischendurch immer mal wieder mit Namen ansprechen. Ist der Bewerber unsicher, ob er den Namen richtig verstanden hat, sollte er nachfragen. Denn eine Nachfrage ist besser als eine falsche Anrede.

Natürlich ist auch die Technik wichtig. Der Bewerber sollte sicherstellen, dass sein Akku geladen ist und er einen guten Empfang hat.

Außerdem sollte er sich einen Zettel und einen Stift bereitlegen, damit er sich während des Gesprächs bei Bedarf Notizen machen kann. Ansonsten gilt für die Vorbereitung auf das Telefoninterview das Gleiche wie bei einem klassischen Vorstellungsgespräch vor Ort:

Infos über das Unternehmen

Sofern noch nicht geschehen, sollte sich der Bewerber sehr genau über das Unternehmen informieren. In welchen Bereichen ist das Unternehmen tätig? Wo hat es Standorte? Wie viele Mitarbeiter gibt es? Was prägt die Unternehmenskultur? Was sind die wichtigsten Meilensteine der Unternehmensgeschichte?

Solche Infos findet der Bewerber auf der Homepage. Er kann das Unternehmen aber auch über eine Suchmaschine suchen. Auf diese Weise stößt er vielleicht auf Berichte aus der Presse, von Mitarbeitern oder Kunden.

Für den Bewerber ist Wissen über das Unternehmen wichtig, weil er eine schlüssige Erklärung liefern sollte, warum er ausgerechnet hier arbeiten will.

Selbstpräsentation

Im Verlauf des Telefoninterviews wird der Personaler den Bewerber mit großer Wahrscheinlichkeit darum bitten, etwas über sich zu erzählen. Dabei möchte der Personaler aber nicht die ganze Lebensgeschichte des Bewerbers hören. Genauso interessiert ihn keine bloße Wiederholung des Lebenslaufs. Stattdessen will er wissen, was den Bewerber zur richtigen Besetzung für die freie Stelle macht.

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Der Bewerber sollte sich deshalb drei, vier Stationen aus seinem Werdegang, Qualifikationen oder Eigenschaften herauspicken, die mit Blick auf den angestrebten Job besonders wichtig oder vorteilhaft sind.

Um diese Punkte herum sollte er seine Selbstpräsentation aufbauen. Denn bei der Selbstdarstellung geht es auch darum, Prioritäten zu setzen.

Typische Fragen

Natürlich kann der Bewerber vorher nicht wissen, was der Personaler fragen wird. Aber bei Vorstellungsgesprächen gibt es einige Standardfragen, die so gut wie immer gestellt werden. Der Personaler kann zwar unterschiedliche Formulierungen verwenden. Doch unterm Strich zielen die Fragen auf die gleichen Aspekte ab.

Was sind die größten Stärken und Schwächen? Wo sieht sich der Bewerber in fünf Jahren? Wie würden andere ihn beschreiben? Wie stellt er sich einen typischen Arbeitstag vor?

Das sind Beispiele für Klassiker, auf die der Bewerber eine Antwort parat haben sollte.

Welche Fragen sollte der Bewerber stellen?

Bei einem Bewerbungsgespräch, egal ob am Telefon oder vor Ort, stellt der Personaler die Fragen und der Bewerber antwortet. Gegen Ende des Gesprächs wird sich der Personaler aber meist erkundigen, ob der Bewerber noch etwas wissen möchte.

Der Bewerber sollte die Gelegenheit nutzen, um Fragen zu stellen. Denn damit untermauert er sein Interesse am Job. Doch wonach kann sich der Bewerber erkundigen und was sollte er besser nicht ansprechen?

Generell sollte der Bewerber nichts fragen, was er selbst wissen müsste oder was vorher schon ausführlich besprochen wurde. Auch Fragen nach dem Urlaub, einem Dienstwagen oder Gehaltserhöhungen sollte er sich verkneifen.

Gute Themen sind der Ablauf der Einarbeitung, der künftige Aufgabenbereich oder das Team. Der Bewerber kann auch Punkte noch einmal aufgreifen, die der Personaler angedeutet hatte, und hier tiefer ins Detail gehen.

Sind tatsächlich alle Fragen bereits geklärt, spricht aber nichts dagegen, wenn der Bewerber das genau so vermittelt. Denn letztlich ist besser, ehrlich zu bleiben, statt sich krampfhaft um irgendwelche Fragen zu bemühen.

Was sollte der Bewerber noch beachten?

In einem Telefoninterview spielen die Stimme und die Atmung eine große Rolle. Schließlich sehen sich die Gesprächspartner nicht, sondern hören sich nur. Aus diesem Grund sollte der Bewerber auf seine Mimik und seine Körperhaltung achten.

Liegt er entspannt auf der Couch oder läuft er unruhig im Raum hin und her, macht sich das an seiner Stimmlage und seiner Atmung bemerkbar. Hektische Gesten führen dazu, dass er auch lauter und schneller spricht.

Gut ist deshalb, wenn der Bewerber während des Telefonats bequem sitzt. Außerdem sollte er ruhig atmen und lächeln. Durch das Lächeln hört sich seine Stimme sympathischer an.

Was tun, wenn das Unternehmen unangekündigt anruft?

Schon das Telefoninterview als solches kann ein Stressfaktor sein. Noch stressiger wird es, wenn das Unternehmen ganz spontan und ohne Vorankündigung beim Bewerber anruft. Je nachdem, ob der Bewerber eine Festnetz- oder Mobilfunknummer angegeben hat, kann ihn der Anruf zudem zu einem ziemlich ungünstigen Zeitpunkt erreichen.

Auch wenn der Bewerber das Gespräch nur ungern ablehnen möchte, sollte er gut abwägen, ob er das Telefoninterview jetzt tatsächlich führen kann. In einer lauten Umgebung oder unter den Ohren von Dritten macht es wenig Sinn, über vertrauliche Themen wie die berufliche Zukunft zu sprechen.

Der Bewerber fährt dann besser, wenn er dem Personaler kurz und sachlich erklärt, wo er sich gerade befindet. Anschließend kann er den Personaler um einen neuen Termin bitten. Ein seriöser Arbeitgeber wird Verständnis haben und der Bitte nachkommen. Zumal der Bewerber damit zeigt, dass er auch in Stresssituationen besonnen handeln kann.

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Veröffentlicht von

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

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