Infos und Tipps zum Telefoninterview, Teil 1

Infos und Tipps zum Telefoninterview, Teil 1

Immer mehr Unternehmen setzen Telefoninterviews als erste Etappe im Auswahlverfahren ein. Für den Bewerber kann das die Anspannung erhöhen. Doch zu einem echten Stressfaktor muss ein Telefoninterview gar nicht werden. Denn auf das Vorstellungsgespräch am Telefon kann sich der Bewerber genauso gut vorbereiten wie auf ein ganz normales Bewerbungsgespräch. Und wenn der Bewerber weiß, worum es bei dem Telefonat geht und worauf es ankommt, ist alles halb so wild.

Anzeige

Infos und Tipps zum Telefoninterview, Teil 1

In einem zweiteiligen Beitrag geben wir Infos und Tipps rund ums Telefoninterview!:

Was sind Sinn und Zweck eines Telefoninterviews?

Das wesentliche Ziel vom ersten Telefoninterview besteht darin, den Kreis der Bewerber zu verkleinern und die Kandidaten herauszufiltern, die als Besetzung für die freie Stelle in die nähere Auswahl kommen.

Schreibt ein Unternehmen eine Stelle aus, gehen nicht selten mehrere hundert Bewerbungen ein. Das Internet und die sozialen Netzwerke machen es dabei noch einfacher, sich zu bewerben. Denn dank Online-Formularen genügen wenige Angaben und ein paar Klicks, um eine Bewerbung zu erstellen und loszuschicken.

Allerdings verleiten schnelle Bewerbungen auch dazu, das Anforderungsprofil nur zu überfliegen. Die Folge davon ist, dass unter den vielen Bewerbungen eben auch etliche dabei sind, die nicht zur Stelle passen.

Telefoninterviews ermöglichen dem Personaler dann, schnell und ohne großen Aufwand eine Vorauswahl durchzuführen. Das gilt für Praktika und Ausbildungsplätze genauso wie für Festanstellungen.

Außerdem kann der Personaler durch ein Telefoninterview ermitteln, ob ein Bewerber grundsätzlich geeignet ist und ob die Rahmenbedingungen passen. Dabei geht es nicht nur um ein erstes, kurzes Kennenlernen, sondern auch um die Erwartungshaltung.

An Bewerbungen sind schließlich immer zwei Seiten beteiligt und so wie das Unternehmen Erwartungen an den Bewerber hat, hat auch der Bewerber Erwartungen an das Unternehmen.

Ein Beispiel: Es ist gut möglich, dass der Personaler bereits beim ersten Telefonat den frühesten Eintrittstermin anspricht. Denn vielleicht soll die Stelle zeitnah besetzt werden und das Unternehmen sucht jemanden, der im Prinzip sofort anfangen könnte.

Der Bewerber hingegen steht eventuell noch in einem Arbeitsverhältnis oder möchte abwarten, wie sich andere Bewerbungen entwickeln. Gehen die Vorstellungen zu grundsätzlichen Dingen auseinander, muss das zügig geklärt werden.

Das Telefoninterview soll also einem ersten Kennenlernen dienen und herausfinden, ob der Bewerber die erforderlichen Qualifikationen und persönlichen Kompetenzen mitbringt. Es soll grundlegende Formalitäten klären und abklopfen, ob der Bewerber ernsthaftes Interesse daran hat, in dieser Position für das Unternehmen tätig zu werden.

Zusammengefasst und im Kern steht dabei eine Frage über dem ganzen Telefoninterview, nämlich: Lohnt es sich, den Bewerber im Rennen zu lassen und zu einem weiteren Vorstellungsgespräch vor Ort einzuladen?

Wie läuft ein Telefoninterview ab?

Was den Ablauf angeht, sind die Unterschiede zwischen einem telefonischen und einem klassischen, persönlichen Jobinterview nicht besonders groß.

Auch das Telefoninterview gliedert sich in mehrere Abschnitte:

Anzeige
  1. Den Anfang macht eine kurze Begrüßung, bei der der Personaler sich selbst und das Unternehmen vorstellt. Anschließend wird der Bewerber gebeten, sich vorzustellen und etwas über sich zu erzählen.

  2. Nach der Begrüßung und der Selbstpräsentation wird der Personaler einige Fragen stellen. Sie beziehen sich in erster Linie auf den beruflichen Werdegang, die Motivation und die Gründe für die Bewerbung.

  3. Auch formale Punkte müssen besprochen werden. Der Eintrittstermin, die Arbeitszeiten, der Einsatzort und ähnliche Eckdaten, die für die Stelle relevant sind, werden dabei geklärt.

  4. Gegen Ende des Gesprächs bekommt der Bewerber die Möglichkeit, seine Fragen loszuwerden. Selbst wenn soweit alles beantwortet ist, sollte er sich zumindest erkundigen, wie es nun weitergeht. Damit signalisiert er echtes Interesse an der Stelle.

  5. Die Verabschiedung schließt das Telefoninterview ab. Wichtig hier ist, dass sich der Bewerber für das Gespräch und die Zeit bedankt, die sich der Personaler genommen hat. Außerdem sollte er anmerken, dass er sich freut, bald wieder vom Unternehmen zu hören.

Wie lange dauert ein Telefoninterview?

Wie lange ein Telefoninterview dauert, ist verschieden. Denn zum einen richtet sich die Dauer danach, welches inhaltliche Ziel der Personaler mit dem Gespräch verfolgt. Und zum anderen spielt natürlich immer auch eine Rolle, wie sich das Gespräch entwickelt.

Hat der Bewerber eine Einladung zum Telefoninterview erhalten, sollte er den Termin dankend bestätigen. Bei dieser Gelegenheit kann er dann auch fragen, wie viel Zeit er für das Gespräch einplanen soll, sofern sich dazu keine Infos in der Einladung finden. An der geplanten Dauer kann der Bewerber nämlich ablesen, worum es in dem Gespräch gehen wird.

Bei einem kurzen Telefoninterview mit einer Dauer bis ungefähr 20 Minuten möchte der Personaler hauptsächlich Formales klären und sich einen ersten Eindruck verschaffen.

Deshalb wird er meist die klassischen Bewerbungsfragen stellen, die sich auf die Bewerbung, den Lebenslauf, die Motivation und die beruflichen Ziele beziehen. Das Telefoninterview wird damit zu einer Art Vorstellungsgespräch in verkürzter Form.

Ist das Gespräch als längeres Telefonat geplant, kann es bis zu einer Stunde dauern. Bei so einem Gespräch steigt der Personaler tiefer ins Thema ein. Wie bei einem normalen Gespräch vor Ort wird er sich nach den Stärken und Schwächen des Bewerbers erkundigen, dessen berufliche Pläne abfragen und ermitteln, wie gut der Bewerber über das Unternehmen und den künftigen Aufgabenbereich Bescheid weiß.

Oft ist ein sehr ausführliches Telefoninterview die Grundlage für eine Vorentscheidung. Das zweite, persönliche Gespräch vor Ort fällt dann meist recht kurz aus und hat den Charakter eines Einstellungsgesprächs.

Mehr Ratgeber, Tipps, Vorlagen und Anleitungen:

Thema: Infos und Tipps zum Telefoninterview, Teil 1

Anzeige
Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

Kommentar verfassen