Infos zur Dritten Seite der Bewerbung

Infos zur „Dritten Seite“ der Bewerbung

 

Seit einiger Zeit erfreut sich die sogenannte “Dritte Seite” bei Bewerbern zunehmend großer Beliebtheit. Als Ergänzung zum Anschreiben und zum Lebenslauf bietet sie schließlich die Möglichkeit, wichtige Zusatzinformationen zu vermitteln und sich so die möglicherweise entscheidenden Pluspunkte zu sichern.

Viele Personaler stehen diesem Bewerbungsinstrument jedoch eher skeptisch gegenüber, einige halten die Zusatzseite sogar für komplett überflüssig.

Aber was steht eigentlich auf der “Dritten Seite”? Wann ist sie sinnvoll und wo wird sie in der Bewerbungsmappe eingeordnet?

 

Hier die wichtigsten Infos zur “Dritten Seite” der Bewerbung:

 

Was ist die “Dritte Seite” der Bewerbung?

Die “Dritte Seite” stammt ursprünglich aus dem US-amerikanischen Bewerbungsverfahren und hat vor einiger Zeit auch den deutschen Bewerbungsmarkt erreicht. Die Idee hinter der “Dritte Seite” ist, dem Personaler Informationen zu vermitteln, die im Anschreiben und im Lebenslauf zu kurz gekommen sind. Die “Dritte Seite” bietet also die Möglichkeit, näher auf Kernkompetenzen, persönliche Stärken, Erfolge und andere positive Aspekte einzugehen.

Außerdem kann sich der Bewerber mit seiner “Dritten Seite” ausführlicher vorstellen und die Aufmerksamkeit gezielt auf seine Pluspunkte und seine Motivation lenken. Während das Anschreiben und der Lebenslauf die wesentlichen Angaben, Daten und Fakten enthalten, steht bei der “Dritten Seite” also tatsächlich der Bewerber als Person und seine Motivation für den Job im Mittelpunkt.

Aus diesem Grund wird die “Dritte Seite” auch Motivationsschreiben genannt. Durch eine gelungene, aussagekräftige “Dritte Seite” kann sich der Bewerber außerdem aus der Masse hervorheben. Wenn ein Unternehmen eine Stelle ausschreibt, gehen oft sehr viele Bewerbungen ein.

Allein schon aus Zeitgründen kann ein Personaler die vielen Mappen deshalb zunächst nur überfliegen. Eine interessante Überschrift über der “Dritten Seite” wird ihm auffallen und möglicherweise sein Interesse wecken, sich die Bewerbung näher anzuschauen.

Allerdings kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Eine Zusatzseite, die nur leere Floskeln enthält, statt neuer Informationen nur Wiederholungen bietet, den Angaben aus dem Anschreiben und dem Lebenslauf widerspricht oder am Ende noch mehr offene Fragen aufwirft, kann das Aus für die Bewerbung bedeuten.

 

Was steht auf der “Dritten Seite”?

Auf der “Dritte Seite” geht es darum, dem Personaler wichtige und interessante Infos zu liefern, die den Bewerber als Person, seine Stärken und seine Motivation näher beschreiben.

Daneben kann die “Dritte Seite” Sachverhalte erklären und Fragen beantworten, die beim Blick auf den Lebenslauf möglicherweise aufkommen.

Der Bewerber kann die “Dritte Seite” aber auch nutzen, um Inhalte zu vermitteln, die er gerne mit in die Waagschale werfen will, die er im Anschreiben oder im Lebenslauf aber nicht passend unterbringen kann.

 

Für die “Dritte Seite” bieten sich deshalb Überschriften wie beispielsweise

  • ·         Weshalb ich mich bewerbe
  • ·         Meine Motivation
  • ·         Was Sie noch über mich wissen sollten
  • ·         Über mich
  • ·         Was mir wichtig ist
  • ·         Was für mich spricht
  • ·         Das habe ich zu bieten

an. Der folgende Text sollte dann die Aussage oder Frage, die sich durch die Überschrift ergibt, erläutern. Dafür kann er Bewerber auf besondere Qualifikationen, wichtige Kompetenzen, Erfahrungswerte oder menschliche Eigenschaften eingehen und sowohl seine Eignung als auch seine Motivation für die Stelle ausführen. Wichtig ist aber, dass der Bewerber nicht nur herumschwafelt, sondern seine Aussagen begründet und mit konkreten Beispielen belegt.

Außerdem sollte er darauf achten, dass seine Angaben weder seinem Anschreiben noch seinem Lebenslauf widersprechen. Auch sollte er keine Inhalte wiederholen, die schon an anderer Stelle in der Bewerbung stehen, und keine neuen Fragen aufwerfen, sondern durch die Zusatzinfos eventuell offene Fragen beantworten.  

 

Wie wird die “Dritte Seite” gestaltet?

Optisch muss die “Dritte Seite” zum Rest der Bewerbung passen. Das Layout, das der Bewerber für sein Anschreiben und seinen Lebenslauf verwendet hat, sollte sich also auch auf der “Dritten Seite” wiederfinden.

Hat er seine Bewerbungsunterlagen beispielsweise mit einer Kopf- oder einer Fußzeile mit seinem Namen und seinen Kontaktdaten ausgestattet, sollte er diese Zeile auch auf der “Dritten Seite” übernehmen. Außerdem sollte er dieselbe Schriftart und Schriftgröße wählen.

Das Motivationsschreiben selbst setzt sich aus der Überschrift und einem kurzen Fließtext zusammen. Als Richtlinie für den Text gilt, dass er aus sieben bis maximal 15 Zeilen bestehen sollte.

Es geht nicht darum, einen Roman zu schreiben. Stattdessen sollte der Bewerber in kurzen, klaren und auf den Punkt gebrachten Aussagen schildern, was er zu sagen hat. Das Motivationsschreiben endet mit der Angabe von Ort und Datum und der handschriftlichen Unterschrift.

In der Bewerbungsmappe wird die “Dritte Seite” direkt nach dem Lebenslauf eingeordnet. Damit erklärt sich dann auch die Bezeichnung “Dritte Seite”: Da der Lebenslauf meist aus zwei Seiten besteht, ist das Motivationsschreiben tatsächlich die dritte Seite in der Bewerbungsmappe.

Eine andere Erklärung ist, dass das Motivationsschreiben neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf das dritte Hauptelement der Bewerbung ist. Aber unabhängig von den Erklärungen gilt, dass die “Dritte Seite” immer zwischen dem Lebenslauf und den Zeugniskopien in die Bewerbungsmappe eingeordnet wird.

 

Wann ist eine “Dritte Seite” sinnvoll?

Es gibt drei Gruppen von Bewerbern, für die eine “Dritte Seite” in ihrer Bewerbungsmappe vorteilhaft sein kann:

 

1.      

Bewerber mit einem wenig geradlinigen Lebenslauf können die “Dritte Seite” nutzen, um Struktur in ihren bisherigen beruflichen Werdegang zu bringen. War ein Bewerber beispielsweise in vielen verschiedenen Bereichen tätig, kann er im Rahmen des Motivationsschreibens herausarbeiten, welche Gemeinsamkeiten die bisherigen Jobs hatten.

Daraus wiederum kann er dann sein Qualifikationsprofil und seine persönlichen Stärken ableiten. Weist der Lebenslauf größere Lücken auf, kann der Bewerber die Zeiträume mit sinnvollen Tätigkeiten und hilfreichen Kompetenzen aus dieser Zeit ausfüllen.

Dadurch erhält auch ein vielleicht etwas chaotischer Lebenslauf einen roten Faden. Gleichzeitig kann der Bewerber verdeutlichen, warum er der richtige Kandidat sein könnte, auch wenn die Vorzeichen eventuell nicht ganz optimal sind.

 

2.      

Führungskräfte können neben einer soliden Ausbildung und einem umfangreicheren Qualifikationsprofil meist auch einen interessanten Werdegang mit beruflichen Erfolgen vorweisen.

Das Anschreiben und der Lebenslauf bieten aber nicht immer genügend Raum, um alle wichtigen Infos unterzubringen. Daher kann sich die “Dritte Seite” anbieten, um aus den bisherigen Tätigkeiten und Leistungen Bilanz zu ziehen und noch einmal gezielt auf die wichtigsten Aufgaben, Verantwortungsbereiche oder Projekte einzugehen.

 

3.      

Azubis können die “Dritte Seite” verwenden, um sich als Person vorzustellen und die Berufswahl zu erläutern. So können sie beispielsweise anhand von persönlichen Eigenschaften, Erlebnissen, Gesprächen mit Dritten oder eigenen Zielen schildern, was den Ausschlag dafür gegeben hat, ausgerechnet diesen Ausbildungsberuf erlernen zu wollen.

Aber: Eine “Dritte Seite” macht nur dann Sinn, wenn der Bewerber wirklich noch etwas Neues und Wichtiges mitzuteilen hat. Die “Dritte Seite” ist kein Pflichtbestandteil bei einer Bewerbung. Stattdessen ist sie ein freiwilliger Zusatz, den der Bewerber nutzen kann, wenn er es für notwendig hält und das Gefühl hat, seine Bewerbung damit aufwerten zu können.

Wenn er hingegen alles Wichtige auch in das Anschreiben und den Lebenslauf packen kann, sollte er die “Dritte Seite” weglassen, denn dann tut er sich mit dem Zusatzblatt keinen Gefallen.

 

Mehr Anleitungen, Vorlagen und Tipps:

Fahrtkostenerstattung beim Vorstellungsgespräch – Infos und Musterbrief

Infos und Tipps zur Bewerbung per Telefon

Die wichtigsten Infos zur Probezeit

Heimarbeit – Top oder Flop in der Arbeitskultur?

Wann und wie Arbeitgeber über Schwangerschaft informieren?

Was tun wenn der Arbeitgeber gekündigt hat?

Thema: Infos zur Dritten Seite der Bewerbung

 

Teilen:

Kommentar verfassen