Sind Stellenanzeigen in Zeitungen noch zeitgemäß?

Sind Stellenanzeigen in Zeitungen noch zeitgemäß?

Schon seit vielen Jahren wird das Ende der klassischen Printmedien vorhergesagt. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Und selbst wenn die Auflagenzahlen von Zeitungen sinken und es inzwischen fast alle Zeitungen und Zeitschriften auch als Online-Ausgaben gibt, sind die traditionellen Blätter nicht aus der Medienlandschaft wegzudenken. Am Frühstückstisch oder während der Bahnfahrt zur Arbeit hinter den großen Papierseiten abzutauchen, ist schließlich eine liebgewonnene Tradition.

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Sind Stellenanzeigen in Zeitungen noch zeitgemäß

Ein Bildschirm kann die Haptik und den Geruch einer gedruckten Zeitung nun einmal nicht ersetzen.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Zeitung nicht mehr die wichtigste Informationsquelle ist. Diese Rolle hat längst das Internet übernommen. Aber was heißt das für die Jobsuche? Sind Stellenanzeigen in Zeitungen noch zeitgemäß? Oder setzen Unternehmen nur noch auf digitale Kanäle?:

Die Vor- und Nachteile von Stellenanzeigen in Zeitungen im Vergleich zu Onlineanzeigen

Was den Stellenmarkt angeht, war die Zeitung über Jahrzehnte hinweg die unangefochtene Nummer 1. Einer der Hauptgründe dafür war, dass es keine nennenswerten Alternativen gab. Das Internet war kaum verbreitet und mobiles Surfen noch echte Zukunftsmusik.

Wer auf Jobsuche war, konnte also nur die Stellenanzeigen in den Zeitungen durchforsten, sich bei der Arbeitsagentur erkundigen oder direkt in Unternehmen nachfragen.

Mittlerweile ist das Internet ein fester Bestandteil des Alltags. Von Kindern und Jugendlichen bis hin zu Senioren ist die überwiegende Mehrheit der Deutschen täglich im weltweiten Netz unterwegs. Im Internet werden Informationen gesucht, Einkäufe getätigt, Bankgeschäfte erledigt, Kontakte gepflegt und Spiele gespielt.

Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, online auch auf Jobsuche zu gehen. Bleibt aber die Frage, in welchen Punkten Onlineanzeigen Stellenanzeigen in gedruckten Zeitungen überlegen sind.

Gezieltere Ansprache

Onlineanzeigen machen es einfacher, die gewünschte Zielgruppe zu erreichen. Denn sie können dort geschaltet werden, wo potenzielle Wunschkandidaten am ehesten zu finden sind. Allgemeine Stellenbörsen, Business-Netzwerke oder die sozialen Medien sind Beispiele für mögliche Adressen.

Bei Stellenanzeigen in Zeitungen ist eine gezielte Ansprache deutlich schwieriger. Dazu müsste das Unternehmen in Branchen- oder Fachzeitschriften inserieren. Doch ob jemand, der auf Jobsuche ist, solche Zeitungen kauft, ist fraglich.

Größere Reichweite

Seiten und Portale im Internet sind nur sehr selten auf eine bestimmte Region beschränkt. Stattdessen können sie in aller Regel unabhängig von Ort und Zeit aufgerufen werden. Außerdem gibt es meist Suchfunktionen, die es ermöglichen, die Ergebnisse zu filtern. So können Bewerber ein Jobangebot auch dann finden, wenn es schon länger online ist oder sie weit weg wohnen.

Zeitungen hingegen sind eher regional ausgerichtet und haben einen festen Erscheinungstermin, zum Beispiel täglich oder wöchentlich. Damit ist nicht nur ihre Reichweite kleiner, sondern die Inserate sind auch kurzlebiger.

Schließlich wird kaum ein Bewerber in einer Zeitung nach einem Job suchen, die schon vor Wochen erschienen ist.

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Mehr Flexibilität

Eine Onlineanzeige kann ein Unternehmen jederzeit schalten. Sobald sich abzeichnet, dass eine Stelle besetzt werden muss, kann das dazugehörige Inserat online gehen. Andersherum kann das Unternehmen die Anzeige jederzeit wieder herausnehmen, wenn ein neuer Mitarbeiter gefunden ist.

Bei einer Zeitung ist das Inserieren weniger flexibel. Denn das Unternehmen muss den Redaktionsschluss berücksichtigen. Anzeigen, die danach eingehen, können erst in der nächsten Ausgabe veröffentlicht werden.

Geringere Kosten

Zwar bezahlen Unternehmen auch im Internet oft für Stellenangebote. Doch die Kosten sind nicht so hoch wie in einer Zeitung. Vor allem für großformatige Stellenanzeigen in namhaften und überregionalen Zeitungen müssen Unternehmen mitunter sehr tief in die Tasche greifen.

Deshalb lohnen sich solche Stellenanzeigen in erster Linie dann, wenn es um höhere Positionen geht.

Stellenanzeigen in Zeitungen wirken anders

Inserate in gedruckten Zeitungen stellen nicht nur ein Jobangebot vor. Vielmehr haben sie auch eine gewisse Werbewirkung. Sie ermöglichen dem Unternehmen, sich als Marke in Erinnerung zu rufen und als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Eine Stellenanzeige in der Zeitung springt einem eher ins Auge, während ein Onlineinserat in der breiten Masse durchaus untergehen kann.

Hinzu kommt, dass nicht jede Zielgruppe online zu erreichen ist. Ältere Arbeitnehmer zum Beispiel suchen eher in der Zeitung, weil sie weniger internetaffin sind oder Inserate in Zeitungen für seriöser halten.

Auch Schüler, Rentner oder Eltern, die nach einem Minijob, einer Aushilfstätigkeit oder einer Teilzeitstelle suchen, blättern oft die Zeitung durch. Denn vor allem in den kostenlosen Anzeigen- und Wochenblättern, die jeder Haushalt bekommt, vermuten sie solche Jobs eher als in den großen Online-Stellenbörsen.

Fazit: Ganz out sind Stellenanzeigen in Zeitungen nicht

Auswertungen zufolge veröffentlichen Arbeitgeber Jobangebote überwiegend online. Dazu nutzen sie Online-Stellenbörsen, den Stellenmarkt der Arbeitsagentur, die eigene Homepage, Business-Netzwerke und die sozialen Medien.

Deshalb finden sich im Internet weit mehr Stellenanzeigen als in Zeitungen. Wer auf Jobsuche ist, kann die Inserate bequem abrufen und oft auch direkt mit dem Unternehmen in Kontakt treten.

Trotzdem haben Stellenanzeigen in Zeitungen noch längst nicht ausgedient. So schalten zum Beispiel die öffentlichen Kommunalverwaltungen ihre Stellenanzeigen eher klassisch in der Zeitung. Genauso wird um bestimmte Arbeitnehmergruppen regelmäßig in Zeitungen geworben.

Das gilt für einfache Nebenjobs genauso wie für hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte. Letztlich fährt der Bewerber deshalb am besten, wenn er sich sowohl online als auch in der Zeitung informiert.

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

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