Aktuelle Bewerbungstrends in der Übersicht

Aktuelle Bewerbungstrends in der Übersicht

Wer auf Jobsuche ist, über einen Wechsel des Arbeitgebers nachdenkt oder sich beruflich verändern möchte, hat derzeit gute Chancen. Viele Unternehmen suchen händeringend nach neuen Mitarbeitern und qualifizierte, erfahrene Fachkräfte sind gefragter denn je. Die Corona-Pandemie hat einerseits dazu beigetragen, dass sich Arbeitgeber teils deutlich flexibler zeigen als vorher.

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Aktuelle Bewerbungstrends in der Übersicht

Andererseits hat Corona bei vielen Arbeitnehmern den Wunsch geweckt, sich jobtechnisch neu zu orientieren. Der Arbeitsmarkt ist ganz schön in Bewegung und es verspricht, spannend zu bleiben.

In dieser Übersicht fassen wir aktuelle Bewerbungstrends zusammen. Sie beziehen sich auf die Personalsuche, die Bewerbung, die Unternehmen und die Arbeitnehmer:

  1. Anreize und Vergünstigungen

Derzeit sind es eher die Arbeitnehmer, die im Vorteil sind und sich den Arbeitgeber aussuchen können. Um motivierte Fachkräfte zu finden und für sich zu gewinnen, lassen sich Unternehmen deshalb einiges einfallen. Sie werben mit Vergünstigungen und Annehmlichkeiten, um sich positiv hervorzuheben.

Dabei reicht die Palette von Sportprogrammen über Ruheräume für kurze Nickerchen und kostenfreie Verpflegung bis hin zu Bonuszahlungen und Prämien. Auch altbewährte Klassiker wie ein Diensthandy oder ein Firmenwagen sind im Angebot.

Natürlich ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn der Bewerber attraktive Zusatzleistungen für sich mitnimmt. Aber er sollte sich von Anreizen nicht blenden lassen. Am Ende zählt, ob der Bewerber einen sicheren Arbeitsplatz hat, bei dem seine Leistungen fair vergütet und anerkannt werden.

Eine gute Unternehmenskultur entsteht nicht durch einen Tischkicker im Flur und einen Obstkorb auf dem Schreibtisch, sondern durch einen wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeitern.

  1. Flexibilität

Flexibel und anpassungsfähig zu sein, wird für Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch über Corona hinaus wichtig bleiben. Für Führungskräfte kann das bedeuten, dass sie Arbeitsabläufe an kurzfristige Vorgaben oder Einschränkungen anpassen müssen.

Hybridarbeit und flexible Arbeitszeiten könnten sich als Modelle etablieren, um Arbeitsplätze künftig neu zu strukturieren. Aber auch Arbeitnehmer werden vermutlich bereit sein müssen, sich auf neue Bedingungen einzustellen, wenn es die Situation erfordert.

  1. Home-Office und mobiles Arbeiten

Selbstständig und bei freier Zeiteinteilung von daheim aus zu arbeiten, haben viele Arbeitnehmer spätestens durch Corona gelernt. Entstand dieses Arbeitsmodell oft letztlich aus der Notwendigkeit heraus, möchten viele das Home-Office nicht mehr missen.

Die Praxis hat gezeigt, dass es nicht unbedingt erforderlich ist, vor Ort zu sein, um seine Aufgaben zu erledigen.

Heimarbeit und mobiles Arbeiten eröffnen neue Möglichkeiten. Aber sie bringen auch mit sich, dass Führungskräfte zusätzliche Kompetenzen brauchen. Sie müssen Wege finden, um über die Distanz zu führen und den Teamgeist zu stärken.

Ein anderer Aspekt ist, dass die Preise steigen. Wohnraum, Energie, Lebensmittel und viele andere Dinge werden stetig teurer. Wer ländlich wohnt, kommt oft nicht ohne Auto aus, hat aber zunehmend hohe Fahrtkosten. Auch dieser Umstand könnte zu einem Kriterium werden, sich gegen einen Job zu entscheiden.

  1. Virtuelle Personalsuche

Viele Unternehmen stellen die Suche nach Personal auf virtuelle Verfahren um. Für Arbeitgeber eröffnet sich durch das Internet einen riesiger Talentpool, während Bewerber auf aufwendige Bewerbungsmappen verzichten können und nicht mehr zu Vorstellungsgesprächen anreisen müssen. Beide Seiten sparen auf diese Weise Zeit und Geld.

Soziale Medien zu nutzen, um Stellenanzeigen zu veröffentlichen und potenzielle Mitarbeiter zu suchen, anzuwerben und zu finden, wird neudeutsch als Social Recruiting bezeichnet. Experten gehen davon aus, dass dieser Trend bestehen bleiben und künftig sogar noch mehr an Bedeutung gewinnen wird.

  1. Mehr Offenheit beim Gehalt

Ein Bewerber möchte und muss wissen, wie viel er verdienen wird. Schließlich geht er nicht nur zum Spaß arbeiten, sondern um seinen Lebensunterhalt mit dem Einkommen zu finanzieren.

Bisher halten sich viele Unternehmen in Gehaltsfragen aber eher zurück und legen die Karten erst gegen Ende des Bewerbungsverfahrens auf den Tisch. Allerdings hat die pandemiebedingte Kurzarbeit dazu geführt, dass sich viele Arbeitnehmer Gedanken über ihren Beruf und ihren Marktwert gemacht haben.

Gut möglich, dass Unternehmen deshalb umdenken und Gehaltsfragen künftig offener diskutieren müssen. Schließlich kann ein solides Einkommen durchaus den maßgeblichen Impuls geben, um sich für einen Arbeitgeber zu entscheiden.

  1. Vielfalt

Umfragen zufolge wünschen sich viele ein Arbeitsumfeld, in dem Diversität aktiv gefördert wird. Doch ein Blick in die Unternehmen zeigt ein anderes Bild.

Die Bemühungen, aktiv und gezielt um Frauen, Behinderte und Migranten zu werben, um auf diese Weise die gesellschaftliche Vielfalt auch im Unternehmen abzubilden, sind oft noch immer sehr überschaubar.

Was das Fördern von Diversität angeht, ist viel Luft nach oben. Das gilt aber nicht nur für die Personalsuche. Auch die Unternehmenspolitik muss gewährleisten, dass alle Geschlechter gleichgestellt sind, die gleichen Karrierechancen haben und das gleiche Geld verdienen. Außerdem braucht es ein Arbeitsumfeld ohne Vorurteile und Diskriminierungen.

  1. Online-Bewerbungen

Die klassische Bewerbungsmappe scheint zunehmend zum Auslaufmodell zu werden. Die meisten Unternehmen bevorzugen eine digitale Bewerbung per E-Mail, richten Bewerbungsformulare auf ihren Webseiten ein oder greifen auf Bewerbungsplattformen zurück.

Neben der Online-Bewerbung zeichnet sich als weiterer Trend ab, dass das Anschreiben an Bedeutung verliert. Stattdessen werden Bewerber darum gebeten, ein Bewerbungsvideo einzureichen.

Für den Bewerber ergibt sich dadurch der Vorteil, dass er mehr Spielraum hat, um sich von Mitbewerbern abzuheben. Nachteilig hingegen ist, dass meist die Erfahrungswerte fehlen und es deshalb schwieriger ist, ein aussagekräftiges Video zu erstellen als ein Anschreiben.

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Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

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