10 Basistipps fürs Vorstellungsgespräch, 2. Teil

10 Basistipps fürs Vorstellungsgespräch, 2. Teil

Mit der richtigen Vorbereitung ist ein Vorstellungsgespräch halb so wild. Und mit den richtigen Tipps kann sich der Bewerber trotz Nervosität überzeugend präsentieren.

Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch löst meistens gemischte Gefühle aus. Einerseits freut sich der Bewerber, dass es seine Bewerbung in die nächste Runde geschafft hat und das Unternehmen ihn nun persönlich kennenlernen möchte.

Andererseits steigt die Anspannung, denn wenn das Vorstellungsgespräch nicht gut läuft, ist der Bewerber aus dem Rennen und mit dem Wunschjob wird es nichts. Natürlich ist es verständlich, wenn der Bewerber nervös ist. Aber am Ende des Tages ist ein Vorstellungsgespräch eben auch nur ein Gespräch.

Eine gute Vorbereitung hilft dem Bewerber dabei, gelassener ins Gespräch zu gehen. Und mit den richtigen Tipps klappt ein überzeugender und souveräner Auftritt. In einem zweiteiligen Beitrag haben wir zehn Basistipps fürs Vorstellungsgespräch zusammengestellt.

Hier ist der 2. Teil!:

 

  1. Tipp: Den Lebenslauf auf den Wunschjob abstimmen

Nach einem kurzen Smalltalk wird der Personaler ein paar Dinge über das Unternehmen und den ausgeschriebenen Job erzählen. Danach wird es Zeit für die sogenannte Selbstpräsentation. Dazu wird der Bewerber mit Sätzen wie „Erzählen Sie uns etwas über sich“ oder „Bitte stellen Sie sich kurz vor“ aufgefordert.

Für den Bewerber ist das die Chance, sich als ideale Besetzung für die freie Stelle zu präsentieren. Denn er kann seinen bisherigen Werdegang so schildern, dass seine Qualifikationen und Stärken deutlich werden und sein Profil gut zum Anforderungsprofil passt.

Dass der Bewerber über sich erzählen soll, heißt nicht, dass der Personaler nun die ganze Lebensgeschichte des Bewerbers hören möchte. Und er will auch nicht, dass der Bewerber seinen Lebenslauf herunterbetet. Den Lebenslauf hat der Personaler schließlich vor sich und lesen kann er ihn alleine. Den Personaler interessiert, ob und wie gut der Bewerber zur Stelle und ins Team passt.

Deshalb sollte sich der Bewerber im Vorfeld überlegen, welches die wichtigsten Meilensteine in seinem bisherigen Leben waren, die für den Wunschberuf von Bedeutung sind. In seiner Selbstpräsentation sollte er dann auf diese Abschnitte eingehen und aufzeigen, welche Kompetenzen er daraus für die neue Stelle mitbringt. Im Idealfall gelingt es dem Bewerber, einen roten Faden aufzuzeigen, der sich durch seine bisherige Entwicklung zieht und zum angestrebten Job als nächsten logischen Schritt auf seinem Berufsweg führt.

 

  1. Tipp: Überzeugende, aber individuelle Antworten zurechtlegen

Hat der Bewerber seine Selbstpräsentation hinter sich gebracht, folgen einige typische Fragen. Dabei geht es um die Stärken und Schwächen des Bewerbers, um seine Kenntnisse und Fähigkeiten, um sein Fachwissen, um seine Motivation und um den Bewerber als Person. Im Kern sollen alle diese Fragen zwei Antworten liefern, nämlich

  1. warum der Bewerber diese Stelle will und
  2. warum das Unternehmen ausgerechnet ihn einstellen sollte.

Auf die Fragen kann sich der Bewerber gut vorbereiten. Denn die meisten Fragen im Vorstellungsgespräch sind echte Klassiker, die so gut wie immer gestellt werden und deshalb als Fragenkatalog in praktisch jedem Bewerbungsratgeber zu finden sind.

Allerdings sollte der Bewerber nicht den Fehler machen, irgendwelche Musterantworten auswendig zu lernen. Denn zum einen kennen die Personaler die Bewerbungsratgeber sehr gut. Mit Standardantworten werden sie sich deshalb nicht zufrieden geben, sondern immer wieder nachhaken. Zum anderen wirkt es wenig glaubwürdig, wenn der Bewerber sofort auf jede Frage eine passende Antwort parat hat.

Hinzu kommt, und das ist entscheidend, dass es bei dem Vorstellungsgespräch um den Bewerber geht. Das Unternehmen möchte ihn kennenlernen und wissen, ob er sowohl fachlich als auch menschlich zum Unternehmen passt. Deshalb kann und sollte sich der Bewerber zwar mit den gängigen Fragen beschäftigen. Und es spricht nichts dagegen, wenn er sich Stichworte für seine Antworten zurechtlegt. Im Vorgestellungsgespräch sollte er seine Antworten aber spontan und individuell geben.

 

  1. Tipp: Erst nachdenken, dann antworten

Selbst wenn sich der Bewerber sehr gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet hat, kann es sein, dass ihn der Personaler mit der einen oder anderen Frage überrascht. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Es macht nichts, wenn der Bewerber nicht sofort eine Antwort parat hat.

Ganz im Gegenteil wirkt es sympathisch und ehrlich, wenn der Bewerber offen zugibt, dass er kurz nachdenken muss. Dazu kann er etwas sagen wie „Mit dieser Frage habe ich überhaupt nicht gerechnet. Lassen Sie mich bitte kurz nachdenken.“ oder „Jetzt haben Sie mich kalt erwischt. Geben Sie mir einen Moment.“

Übrigens kann der Bewerber diese Strategie auch dann anwenden, wenn der Personaler schwierige Dinge wie Lücken im Lebenslauf oder vorherige Kündigungen anspricht oder den Bewerber mit unangenehmen Fragen aus der Reserve locken will. Erbittet sich der Bewerber eine kurze Bedenkzeit, kann er die Pause nutzen, um durchzuatmen, seine Gedanken zu sortieren und gelassen eine souveräne Antwort zu formulieren.

 

  1. Tipp: Eigene Fragen vorbereiten

Gegen Ende des Vorstellungsgesprächs bekommt der Bewerber die Gelegenheit, seine Fragen loszuwerden. Und diese Gelegenheit sollte der Bewerber auch nutzen. Denn damit signalisiert er sein Interesse. Außerdem wird vom Bewerber erwartet, dass er das Unternehmen genauso kennenlernen möchte, wie das Unternehmen ihn.

Allerdings sollte der Bewerber gut überlegen, welche Fragen er stellt. So sind Fragen nach dem Urlaub oder der Freizeitregelung tabu. Schließlich macht es keinen guten Eindruck, wenn sich der Bewerber schon nach der Freizeit erkundigt, noch bevor er überhaupt angefangen hat, zu arbeiten. Auch Fragen zum Unternehmen, die der Bewerber selbst beantworten könnte, wenn er sich informiert hätte, sind kein cleverer Schachzug.

Gleiches gilt für Betriebsinterna, die der Personaler gar nicht ausplaudern darf. In diese Kategorie gehört übrigens auch die Frage, wie gut die Chancen des Bewerbers auf eine Einstellung stehen.

Sinnvoller ist, wenn der Bewerber nach konkreten Abläufen im Arbeitsalltag fragt, sich nach seinem eventuell künftigen Team erkundigt oder auf Informationen eingeht, die er auf der Unternehmenshomepage gelesen hat. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Bewerber Aspekte, die der Personaler bei der Kurzvorstellung des Unternehmens zu Beginn des Vorstellungsgesprächs erwähnt hat, aufgreift. Gibt es noch Unklarheiten mit Blick auf den Job, die sich im Vorstellungsgespräch nicht aufgeklärt haben, kann er Bewerber seine Fragen hierzu natürlich ebenfalls stellen.

 

  1. Tipp: Einen guten Eindruck hinterlassen

Irgendwann ist das Vorstellungsgespräch beendet und der Bewerber wird verabschiedet. In diesem Zusammenhang sollte der Bewerber eine Grundregel im Hinterkopf behalten: Das Vorstellungsgespräch ist erst dann vorbei, wenn der Bewerber das Betriebsgelände verlassen hat und außer Sichtweite ist.

Der Bewerber sollte sich immer freundlich verabschieden und sich für das Gespräch bedanken. Das gilt unabhängig davon, wie das Gespräch gelaufen ist. Denn zu einem professionellen Auftritt gehört eine höfliche Verabschiedung einfach dazu. Anschließend sollte der Bewerber den Raum in aufrechtem Gang und mit strammem Schritt verlassen und die Tür leise hinter sich schließen. Gefühlsausbrüche jeglicher Art sollte er sich aufheben, bis er das Betriebsgelände verlassen hat.

Schließlich wäre es schade, wenn der Bewerber alle Pluspunkte, der er gesammelt hatte, zunichte macht, weil er sofort nach dem „Auf Wiedersehen“ seine gute Kinderstube vergisst. Es heißt zwar immer, dass der erste Eindruck entscheidet. Doch auch und gerade der letzte Eindruck bleibt in Erinnerung. Daher sollte der Bewerber darauf achten, dass auch sein letzter Eindruck ein positiver ist.

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