Infos und Tipps rund ums sogenannte Nachfassschreiben

Infos und Tipps rund ums sogenannte Nachfassschreiben

 

Verständlicherweise würden die meisten Bewerber am liebsten noch während des Vorstellungsgesprächs erfahren, ob sie den Job bekommen. Oft müssen sie sich aber in Geduld üben, denn meist fällt die Entscheidung erst dann, wenn der Personaler alle Bewerbungsgespräche mit potenziellen Kandidaten geführt hat.

Manchmal findet sogar noch eine zweite Gesprächsrunde statt, zu der die Bewerber, die nach dem ersten Vorstellungsgespräch in die nähere Auswahl gekommen sind, eingeladen werden. Aber der Bewerber muss nicht unbedingt nur abwarten, wie sich das Unternehmen entscheidet.

Um sein Interesse an der Stelle zu betonen und sich vielleicht den einen oder anderen Pluspunkt zu sichern, kann er nämlich auf das sogenannte Nachfassschreiben zurückgreifen.

Doch was ist ein Nachfassschreiben? Wie wird es verfasst? Und wann macht es überhaupt Sinn?

 

Der folgende Beitrag nennt die wichtigsten Infos und Tipps rund ums Nachfassschreiben:

 

Was ist ein Nachfassschreiben?

Ein Nachfassschreiben ist ein Schreiben, das der Bewerber aufsetzt, nachdem er das Vorstellungsgespräch geführt hat. Dabei greift der Bewerber das Vorstellungsgespräch durch das Nachfassschreiben noch einmal auf und ruft sich beim Personaler in Erinnerung.

Er bedankt sich für das angenehme Gespräch, betont seine Motivation und bekräftigt sein großes Interesse an der Stelle. Allerdings ist ein Nachfassschreiben weder ein reiner Dankesbrief noch ein Bittbrief. Eine kurze Dankesformel gehört zwar zum guten Ton. Für das Gespräch als solches sollte sich der Bewerber aber bereits persönlich bedankt haben, als er sich nach dem Vorstellungsgespräch vom Personaler verabschiedet hat.

Und es geht beim Nachfassschreiben auch nicht darum, eindringlich um den Job zu bitten. Das Nachfassschreiben zielt vielmehr darauf ab, dem Personaler noch einmal zu verdeutlichen, warum der Bewerber gerade diese Stelle haben möchte und inwiefern ihn das Vorstellungsgespräch in dieser Entscheidung bestätigt hat.

 

Was sollte in dem Nachfassschreiben stehen?

Bevor der Bewerber mit dem Nachfassschreiben beginnt, sollte er das Vorstellungsgespräch noch einmal Revue passieren lassen. Was hat ihm besonders gut gefallen? Was reizt ihn besonders an der Stelle?

Was ist sein stärkstes Argument, das seine Eignung bestätigt? Was ist sein größter Pluspunkt, von dem das Unternehmen am meisten profitieren würde? Diese Punkte bilden den Kern des Nachfassschreibens.

 

Insgesamt baut sich ein Nachfassschreiben dann so auf:

 

·         Nach der Anrede folgt ein kurzer Dank für das angenehme und informative Gespräch.

 

·         Anschließend sollte der Bewerber auf die Erkenntnisse eingehen, die er durch das Gespräch gewonnen hat. Dabei kann er zum einen erläutern, warum sein Interesse an der Stelle nach dem Vorstellungsgespräch noch größer ist als zuvor. Zum anderen kann er noch einmal seine größten Stärken und wichtigsten Kenntnisse ins Spiel bringen. Hierbei sollte der Bewerber aber auf gar keinen Fall übertreiben, denn der Personaler hat ihn ja bereits persönlich kennengelernt und sich sein Bild gemacht.

 

·         Ist im Vorstellungsgespräch ein wesentlicher Punkt zu kurz gekommen oder ist eine Frage offen geblieben, kann der Bewerber diesen Sachverhalt nun klären.

 

·         Sein Nachfassschreiben sollte der Bewerber mit dem Hinweis, dass er sich auf eine Rückmeldung vom Unternehmen freut, beenden. Allerdings sollte er weder um eine positive Antwort noch um eine baldige oder schnelle Rückmeldung bitten. Beides erweckt den Anschein, als würde der Bewerber um den Job betteln oder dem Personaler die Entscheidung in den Mund legen wollen.

 

Was die Optik angeht, so sollte der Bewerber für sein Nachfassschreiben am besten das Design wählen, das er auch für seine Bewerbungsunterlagen verwendet hat. Dadurch ergibt sich ein einheitliches Gesamtbild.

Und ähnlich wie das Bewerbungsanschreiben sollte auch das Nachfassschreiben höchstens eine Seite lang sein. Der richtige Zeitpunkt für ein Nachfassschreiben ist zwei bis drei Tage nach dem Vorstellungsgespräch.

So kann sich der Personaler noch gut an den Bewerber erinnern und der Bewerber wirkt weder zu aufdringlich noch zu ungeduldig. Ob der Bewerber den Postweg wählt oder das Nachfassschreiben per E-Mail verschickt, bleibt seinem Geschmack überlassen. 

 

Musterbeispiel für ein Nachfassschreiben

 

Kontaktdaten des Bewerbers

 

Unternehmen

z. Hd. Frau/Herr [Personaler]

Anschrift

 

Unser Vorstellungsgespräch vom _________

Meine Bewerbung als ________________________________

 

Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des Personalers],

 

auf diesem Wege möchte ich mich noch einmal für das interessante und sehr aufschlussreiche Gespräch, das wir [gestern/vorgestern] geführt haben, bedanken.

 

Ihre Ausführungen zu den Aufgabenfeldern und zum Zuständigkeitsbereich haben mich in meinem Wunsch bestätigt, als ______________ für das Unternehmen ___________ tätig zu werden. Ich bin zwar den Umgang mit ___ [z.B. Kunden] ________ gewohnt und habe im Bereich ________________ Berufspraxis gesammelt. Doch vor allem ______________ sehe ich als besonders reizvolle Herausforderung.

 

Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

 

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

 

Welche Vorteile kann ein Nachfassschreiben für den Bewerber haben?

Ein Nachfassschreiben kann dem Bewerber durchaus Pluspunkte einbringen. Dies liegt allein schon daran, dass nur wenige Bewerber das Nachfassschreiben als Bewerbungsinstrument einsetzen.

Deshalb kann sich der Bewerber durch ein Nachfassschreiben aus der Masse hervorheben und sich auf positive Art beim Personaler in Erinnerung rufen. Gleichzeitig zeigt der Bewerber durch sein Nachfassschreiben Initiative und Engagement und präsentiert sich als motivierter Bewerber, der ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Unternehmen hat.

Hinzu kommt, dass der Bewerber durch sein Nachfassschreiben signalisiert, dass er das Gespräch aufmerksam verfolgt hat und sich auch über die eigentliche Bewerbung hinaus mit dem Unternehmen beschäftigt.

Allerdings ist beim Nachfassschreiben auch ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Denn wenn der Bewerber zu viele neue Aspekte einbringt, wird sich der Personaler fragen, warum der Bewerber sie nicht schon im Vorstellungsgespräch genannt hat. Zudem könnte der Personaler vermuten, dass der Bewerber auf diese Weise Aussagen aus dem Vorstellungsgespräch richtigstellen möchte.

Bringt der Bewerber hingegen keine neuen Aspekte ein, ist sein Nachfassschreiben letztlich doch nur ein Dankesbrief und eine Wiederholung des Vorstellungsgesprächs. Beides ist aber überflüssig. 

 

Wann sollte der Bewerber besser auf ein Nachfassschreiben verzichten?

Zunächst einmal kann sich der Bewerber das Nachfassschreiben sparen, wenn er den Job gar nicht unbedingt haben will. Außerdem kann er auf das Nachfassschreiben verzichten, wenn ihm sein Gefühl sagt, dass seine Chancen auf den Job ohnehin nicht sehr gut stehen.

Geht der Bewerber von einer Absage aus, beispielsweise weil das Gespräch nicht gut gelaufen ist oder ihm wichtige Qualifikationen fehlen, wird er auch durch ein Nachfassschreiben nicht viel bewirken können.

Zudem sollte der Bewerber von einem Nachfassschreiben absehen, wenn beim Vorstellungsgespräch schon alles Wichtige besprochen wurde. Ist dem Vorstellungsgespräch nichts mehr hinzuzufügen, sondern würde der Bewerber nur bereits bekannte Inhalte wiederholen, macht ein Nachfassschreiben keinen Sinn.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Marie Meißner, 38 Jahre, Bewerbungscoach und Trainerin, Gerd Bachmann, 46 Jahre, Personalentwicklung, Timor Buchert, 41 Jahre, Personaler schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bewerbung, Jobsuche, Berufe und Weiterbildung.

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