Frust im Job – was tun?

Frust im Job – was tun?

 

Eigentlich könnte alles so schön sein: Der Job ist sicher, die Bezahlung pünktlich auf dem Konto, das Arbeitspensum gut zu schaffen und das Arbeitsumfeld in Ordnung. Doch Freude will trotzdem nicht so recht aufkommen.

Die Arbeit wird als notwendige Pflicht empfunden und von der anfänglichen Begeisterung ist nicht mehr viel übrig. So geht es vielen Arbeitnehmern. Kritisch wird es aber, wenn der Frust immer größer wird. 

Sicherlich lässt sich darüber streiten, wie wichtig die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz ist. Schließlich ist das Berufsleben kein Wunschkonzert, bei dem sich jeder Arbeitnehmer seinen Traumjob aussuchen und seine Lieblingsaufgaben herauspicken kann. Stattdessen ist die Arbeit nun einmal Arbeit.

Für vergnügliche Stunden und dicke Freundschaften ist die Freizeit da. Und ein Schüler wird auch nicht gefragt, ob er gerne in die Schule gehen oder lieber zu Hause bleiben möchte. Schule muss sein. Und am Arbeitsplatz muss der Arbeitnehmer Kompromisse eingehen und Aufgaben erledigen, die nicht immer unbedingt zu seinen Favoriten gehören.

Ganz so einfach ist es dann aber doch wieder nicht. Denn wenn Frust am Arbeitsplatz aufkommt, beginnt ein Teufelskreis. Die Motivation sinkt, die Arbeit beschränkt sich auf einen Dienst nach Vorschrift und kaum im Geschäft angekommen, wird schon der Feierabend herbeigesehnt.

Die Aufgaben werden eher halbherzig erledigt, wodurch einige Arbeiten liegenbleiben oder sich Fehler einschleichen. In der Folge kommt es zu Stress mit den Kollegen, die die Sache ausbügeln müssen, und zu Ärger mit dem Vorgesetzten. Dadurch wird die Unlust aber nur noch größer und die Leistungen noch schlechter. Es ist also durchaus wichtig, dass sich ein Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt.

 

Doch was kann der Arbeitnehmer tun, wenn dem nicht so ist?:

 

Frust im Job – die Ursachen

Es kann viele verschiedene Gründe geben, warum ein Arbeitnehmer mit seinem Job unzufrieden ist. Umfragen zufolge sind aber

·         fehlende Anerkennung und mangelnde Wertschätzung durch den Vorgesetzten und

·         das Gefühl, nicht richtig zum Kollegenkreis zu gehören,

die beiden Hauptauslöser. Ebenfalls problematisch ist es, wenn der Job mit einem Aufgabenprofil oder einem Arbeitspensum einhergeht, das den Arbeitnehmer überfordert und dadurch permanent unter Stress setzt. Andersherum kann aber auch eine Unterforderung dazu führen, dass sich der Arbeitnehmer zunehmend langweilt und immer frustrierter wird.

Hat der Arbeitnehmer das Gefühl, dass er für die Arbeit, die er leistet, nicht angemessen bezahlt wird, kann das zwar ebenfalls Frust verursachen. Allerdings spielt das Geld eher eine untergeordnete Rolle.

Damit sich ein Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt und mit seinem Job zufrieden ist, muss in erster Linie das Verhältnis zum Chef und zu den Kollegen stimmen und der Aufgabenbereich passen. Ist eines davon oder gar beides nicht gegeben, lässt der Frust nicht lange auf sich warten.

Und selbst eine hohe Bezahlung hilft dann oft nur wenig. Denn ein dicker Gehaltsscheck ist kein Trost, wenn sich der Arbeitnehmer jeden Morgen mit Bauchschmerzen in die Arbeit quält.

 

Frust im Job – was tun?

Macht sich der Frust allmählich bemerkbar, sollte der Arbeitnehmer unbedingt gegensteuern. Dabei wiederum hat es sich bewährt, nach dem Motto „love it, change it or leave it“ (liebe es, verändere es oder verlasse es) vorzugehen.

Sich mit der Situation zu arrangieren und den Job plötzlich doch ganz toll zu finden, ist oft keine Option. Daher sollte der Arbeitnehmer versuchen, positive Veränderungen herbeizuführen. Wie das gelingen kann, hängt von der Ursache für den Frust ab.

 

Frust im Job – weil es an der Anerkennung des Chefs hapert

Ist der Arbeitnehmer unglücklich, weil es an der Anerkennung und der Wertschätzung durch den Vorgesetzten mangelt, sollte er sich Gedanken darüber machen, was ihm konkret fehlt.

Warum hat der Arbeitnehmer das Gefühl, dass ihn sein Chef nicht wertschätzt und seine Leistungen nicht anerkennt? Was müsste sich ändern, damit der Arbeitnehmer zufriedener ist? Was genau erwartet oder wünscht er sich von seinem Chef?

Hat der Arbeitnehmer diese Fragen für sich beantwortet, sollte er das Gespräch mit seinem Vorgesetzten suchen. In einem vertraulichen Mitarbeitergespräch sollte der Arbeitnehmer sein Problem klar auf den Punkt bringen. Wichtig dabei ist aber zum einen, dass der Arbeitnehmer sachlich bleibt und eine konstruktive Ebene sucht.

Er wird nicht viel bewegen können, wenn er seinen Chef nur mit Vorwürfen konfrontiert oder sich beklagt und jammert. Zum anderen sollte der Arbeitnehmer ausschließlich für sich selbst sprechen. Es geht um ihn und nicht um seine Kollegen. Vergleiche mit Kollegen, die der Chef nach Ansicht des Arbeitnehmers anders oder besser behandelt, sind deshalb tabu.

 

Frust im Job – weil es mit den Kollegen nicht klappt

Ist das Verhältnis zu den Kollegen schwierig, sinkt meist auch die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz, selbst wenn der Job als solches okay ist. Natürlich wird es immer Kollegen geben, mit denen sich ein Arbeitnehmer besser versteht, und andere Kollegen, zu denen er einfach keinen Draht findet.

Und am Arbeitsplatz geht es auch nicht darum, Freundschaften zu schließen. Trotzdem ist es wichtig, dass die Chemie im Team stimmt. Denn wenn der Arbeitnehmer bei Gesprächen stets außen vor bleibt und von gemeinsamen Aktivitäten immer ausgeschlossen wird, ist das auf Dauer nicht auszuhalten.

Hat der Arbeitnehmer das Gefühl, dass er in der Gruppe akzeptiert wird, sollte er das Problem ansprechen. Vielleicht liegt der Situation ein Missverständnis zugrunde, das sich aus der Welt schaffen lässt.

Zudem muss der Arbeitnehmer nicht abwarten, bis seine Kollegen auf ihn zukommen. Genauso gut kann er den ersten Schritt machen und einfach einmal selbst ein Gespräch beginnen oder eine Einladung aussprechen.

 

Frust im Job – weil der Aufgabenbereich nicht stimmt

Ist der Arbeitnehmer frustriert und dauergestresst, weil ihn sein Aufgabenbereich über- oder unterfordert, sollte er sich mit seinem Vorgesetzten zusammensetzen. In den meisten Unternehmen finden ein- oder zweimal im Jahr Mitarbeitergespräche statt, bei denen die Ziele für den kommenden Zeitraum vereinbart werden.

Aber der Arbeitnehmer muss nicht bis zum nächsten regulären Gesprächstermin warten, sondern kann seinen Chef natürlich auch schon vorher um ein Gespräch bitten.

Ein vertrauliches Vier-Augen-Gespräch bietet einen sehr guten Rahmen, um die Rahmenbedingungen zu klären. Wichtig ist aber, dass der Arbeitnehmer sachlich, ehrlich und konstruktiv bleibt. Sind die Aufgaben zu komplex oder das Arbeitspensum zu groß, sollte er das seinem Arbeitgeber mitteilen.

Denn der Chef kann nur reagieren und die Aufgaben anders verteilen oder Fördermaßnahmen anbieten, wenn er weiß, was Sache ist. Andersherum sollte der Arbeitnehmer auch anmerken, dass er gerne anspruchsvollere Aufgaben und mehr Verantwortung übernehmen möchte. Auch hier gilt aber wieder, dass der Arbeitnehmer nur für sich selbst sprechen sollte. Was seine Kollegen können und leisten und was nicht, ist kein Argument.

 

Frust im Job – wenn alle Bemühungen nichts gebracht haben

Hat sich trotz aller Bemühungen nichts an der Situation verändert, sollte sich der Arbeitnehmer die Frage stellen, ob er so weitermachen kann und will oder ob nicht. Als Entscheidungsgrundlage sollte der Arbeitnehmer dabei eine Ist-Analyse durchführen.

In diesem Zusammenhang sollte er für sich abklären,

·         wie zufrieden er mit seinem Aufgabenbereich und seinem Arbeitspensum ist,

·         wie gut er mit den Arbeitsbedingungen zurechtkommt,

·         welche Pluspunkte ihm sein jetziger Arbeitsplatz bietet,

·         wie er das Betriebsklima und die Unternehmenskultur bewertet,

·         ob die Arbeit insgesamt seinen Vorstellungen entspricht oder ob er lieber etwas ganz anderes machen würde.

Als grobe Faustregel gilt, dass die positiven Aspekte überwiegen und die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz bei gut 50 Prozent liegen sollte. Ist dem so, hat der Arbeitnehmer Ansatzpunkte, um seine Motivation wieder zu steigern. Ist das nicht der Fall, sollte der Arbeitnehmer über das „leave it“ nachdenken.

Das heißt allerdings nicht, dass der Arbeitnehmer Hals über Kopf kündigen sollte. Oft lässt sich die Zufriedenheit schon dadurch erhöhen, dass der Arbeitnehmer andere Aufgaben übernimmt oder die Abteilung wechselt. Ein Wechsel des Arbeitgebers sollte nur als allerletzte Lösung in Betracht gezogen werden.

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