Probearbeiten als Teil des Bewerbungsverfahrens

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Infos und Tipps zum Probearbeiten als Teil des Bewerbungsverfahrens  

Das Bewerbungsverfahren gliedert sich in mehrere Phasen. Der erste Schritt besteht in aller Regel darin, die schriftliche Bewerbung einzureichen. Haben die Bewerbungsunterlagen das Interesse des Arbeitgebers geweckt und kann er sich eine Zusammenarbeit mit dem Bewerber vorstellen, folgt die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.  

In diesem persönlichen Gespräch steht das beiderseitige Kennenlernen im Vordergrund.

In einigen Fällen kann es dann noch eine weitere Station geben, die darin besteht, dass der Bewerber Einstellungstests oder ein Assessment-Center bestehen muss.  

Im Rahmen solcher Testverfahren werden Kompetenzen wie beispielsweise das logische Denkvermögen, die Belastbarkeit, die Konzentrationsfähigkeit oder auch die Allgemeinbildung überprüft.  

Hat der Bewerber alle diese Hürden erfolgreich gemeistert, gibt es zwei Möglichkeiten, wie es weitergehen kann. Die erste Möglichkeit ist, dass der Bewerber eine Zusage samt Arbeitsvertrag erhält und seine neue Arbeitsstelle antreten kann. Die zweite Möglichkeit ist, dass der Arbeitgeber das Bewerbungsverfahren um eine weitere Etappe erweitert und den Bewerber zu einem Probearbeiten einlädt. Gegen ein Probearbeiten ist grundsätzlich nichts einzuwenden, denn sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Bewerber können sich dadurch Vorteile ergeben. Aber ein Probearbeiten kann auch Nachteile mit sich bringen. 

 

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Infos und Tipps zum Probearbeiten als Teil des Bewerbungsverfahrens zusammen:  

 

Warum überhaupt ein Probearbeiten? 

Vor allem in den letzten Jahren hat sich das Probearbeiten zunehmend als Teil des Bewerbungsverfahrens etabliert. Bei einem Probearbeiten geht es letztlich darum, den Bewerber im Berufsalltag kennenzulernen und seine praktischen Fähigkeiten einzuschätzen. In schriftlichen Bewerbungsunterlagen können viele Angaben stehen und es ist durchaus möglich, dass ein Bewerber eine Reihe von Qualifikationen mitbringt und sich im Bewerbungsgespräch gut verkaufen kann.  

Allerdings bringt dies nicht viel, wenn der Bewerber sein Wissen und Können im Berufsalltag nicht umsetzen kann oder einbringen möchte. Der Arbeitgeber kann sich durch das Probearbeiten also ein Bild davon verschaffen, ob der Bewerber den Erwartungen tatsächlich gerecht werden kann oder ob nicht. Im Gegenzug können Bewerber, deren Zeugnisse vielleicht nicht ganz so gut sind, deren Lebenslauf Lücken und Brüche aufweist oder die sich weniger gut verkaufen können, durch ein Probearbeiten viele Pluspunkte sammeln.  

Für den Arbeitgeber ist letztlich nicht entscheidend, was auf dem Papier steht, sondern was der Bewerber kann und wie er sich einbringt. Insofern kann ein Probearbeiten eine große Chance sein, die der Bewerber nutzen sollte, zumal ihm der Arbeitgeber dadurch zeigt, dass er zumindest in der engen Wahl ist.   

 

Wie läuft ein Probearbeiten ab? 

In den meisten Fällen lädt der Arbeitgeber einen Bewerber zu einem ein oder wenige Tage dauernden Probearbeiten ein. Üblicherweise beginnt das Probearbeiten mit einer kurzen Führung durch das Unternehmen, zudem werden dem Bewerber einige seiner möglicherweise künftigen Kollegen vorgestellt. Danach wird der Bewerber direkt in den Arbeitsalltag integriert.  

Dazu wird ihm normalerweise ein Kollege zur Seite gestellt, der dem Bewerber Aufgaben zuweist, deren Ausführung erklärt, bei Fragen zur Verfügung steht und sich allgemein um den Bewerber kümmert. Je nach angestrebter Position und Unternehmen kann es sich bei den Aufgaben um ganz unterschiedliche Dinge handeln. So kann es sein, dass der Bewerber Kunden beraten, Telefonate entgegennehmen, Briefe schreiben, Waren verräumen, Produkte sortieren oder leichte handwerkliche Tätigkeiten übernehmen muss. Bewertet wird dabei aber nicht nur, wie gut und schnell der Bewerber seine Aufgaben erledigt. 

Der Arbeitgeber weiß natürlich, dass sich der Bewerber erst eingewöhnen und die neuen Arbeitsabläufe lernen muss. Bewertet wird daher vor allem das Verhalten des Bewerbers. Das bedeutet, der Arbeitgeber schaut sich an, wie der Bewerber Kollegen und Kunden gegenüber auftritt, wie interessiert und motiviert er sich zeigt und wie viel Mühe er sich gibt.  

Der Bewerber sollte möglichst natürlich bleiben und nicht versuchen, sich zu verstellen. Natürlich sollte er auf ein ordentliches Erscheinungsbild, ein freundliches Auftreten und einen aufmerksamen und respektvollen Umgang mit Personen und Gegenständen achten. Wenn er etwas nicht verstanden hat oder nicht weiterweiß, kann und sollte er aber einfach nachfragen.  

 

Was gilt für Probearbeiten über einen längeren Zeitraum? 

Normalerweise wird ein ein- oder mehrtägiges Probearbeiten vereinbart. Skeptisch werden sollte der Bewerber zunächst dann, wenn der Arbeitgeber ein Probearbeiten über einen langen Zeitraum verlangt. Es gibt zwar Positionen, bei denen ein längeres Probearbeiten angemessen sein kann, allerdings sollte der Arbeitgeber den langen Zeitraum dann auch schlüssig begründen können.  

Zudem muss das Probearbeiten so organisiert sein, dass der Bewerber tatsächlich Einblick in alle relevanten Unternehmensbereiche erhält. Skepsis ist angesagt, wenn ein nur sehr kurzes und oberflächliches Bewerbungsgespräch geführt und stattdessen ein langes Probearbeiten vorgeschlagen wird.  

Ein weiteres Indiz dafür, dass der Arbeitgeber weniger einen neuen Azubi oder Mitarbeiter, sondern eher zeitweise Aushilfskräfte sucht, ist, wenn gleichzeitig mehrere Mitbewerber zum Probearbeiten über einen langen Zeitraum eingeladen werden.    

 

Probearbeiten – ja oder nein? 

Grundsätzlich spricht überhaupt nichts dagegen, ein paar Tage in ein Probearbeiten zu investieren. Schließlich kann der Bewerber dadurch auch seine persönlichen und praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen und damit seine Chancen auf den Ausbildungs- oder Arbeitsplatz erhöhen. 

Außerdem erhält auch der Bewerber durch das Probearbeiten Einblick in den Arbeitsalltag und kann für sich überprüfen, ob die Tätigkeit und die Arbeitsbedingungen das Richtige für ihn sind, ob er sich wohlfühlt und sich die Arbeit langfristig vorstellen kann und ob er mit seinen künftigen Kollegen auskommt. Solche Erfahrungswerte zu sammeln, kann sich natürlich selbst dann bezahlt machen, wenn es mit diesem Job letztlich doch nicht klappt. 

Hat der Bewerber jedoch das Gefühl, dass er ausgenutzt wird und lediglich Aushilfsarbeiten erledigt, ohne tatsächlich die Chance auf einen Job zu haben, sollte er reagieren. Dies gilt allein schon deshalb, weil ein Probearbeiten in aller Regel nicht vergütet wird.

 

Weiterführende Bewerbungstipps und Bewerbungsvorlagen:

Thema: Infos und Tipps zum Probearbeiten als Teil des Bewerbungsverfahrens

1 Comment

  • axmann sagt:

    ich gehe nächste woche 2 tage zum probearbeiten finde ich gut.erst mal alles kennenlernen.

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